Hermann Max Pechstein

Halbakt mit grünem Tuch (Marta Pechstein)

Details

Mit einer Bestätigung (Nr. 2014 10 10 01) von Herrn Alexander Pechstein, dem Enkel des Künstlers, Dobersdorf, vom 11.10.2014 (in Kopie). Die Gouache ist im dortigen Archiv verzeichnet.

Provenienz:
Privatbesitz;
Scheublein, München 5.12.2014, Los 578, vom jetzigen Besitzer dort erworben;
Privatbesitz, Bayern.

Beschreibung

Verso wohl von fremder Hand bezeichnet „Pechstein Halbakt: Temp. 1932“ und „A 27 24270“.

Pechstein, der seit dem Frühjahr 1911 mit Charlotte Kaprolat (gen. Lotte) verheiratet war, beendet 1923 die Beziehung, um die hier dargestellte Marta Müller zu heiraten.
Der Künstler hält im vorliegenden Porträt einen sehr intimen, persönlichen Moment fest. Als Ehemann und zugleich Maler tritt ihm die zum Teil Entblößte und nur mit einem grünen Tuch Verhüllte unmittelbar gegenüber. Mit festen Konturen und starken Farbkontrasten von hellem Rosa bis dunklem Braun bringt Pechstein den Halbakt seiner Frau ausgewogen zur Geltung. Ihr etwas scheu wirkender Blick zur Seite, wirkt auf den Betrachter so, als ob sie sich etwas geniert. Das Grün des Tuches, nimmt Pechstein in den Augen seiner Frau nochmals auf und unterstützt damit die Wirkung ihres Blicks. Die Konzentration der Komposition liegt auf der Ausarbeitung der weiblichen Figur in breiten Pinselstrichen und in der Betonung ihrer Bewegung beim Abtrocknen, der Hintergrund wird nur summarisch erfasst. Im gleichen Jahr entsteht der „Akt III, sitzend von vorn – Marta Pechstein“ (Karl & Faber, A 216, Los 1482). Auch hier wird Marta mit einem grünen Tuch gezeigt. – Kleinere Randmängel bzw. minimale Stauchungen am linken unteren Blattrand. Verso Reste alter Montierungen und Klebespuren, wohl auch minimalste Atelierspuren. Sonst farbfrisch und in schöner Erhaltung.