Albrecht Dürer

Vier Engel, die Winde aufhaltend

Details

Bartsch 66; Meder 169 III (von IV); Schoch/Mende/Scherbaum 117 III (von IV).

Provenienz:
Albert van Loock (1917- 2011?), Rouen, verso mit dem Stempel (Lugt 3751 und 3752).

Beschreibung

Blatt 5 aus der Folge: Die Apokalypse. Ausgezeichneter, in den dunklen Partien schwarzer Druck der lateinischen Textausgabe von 1511. Auf die Einfassungslinie geschnitten. Mit der Apokalypse, zwei Jahre vor 1500 in einer von Endzeiterwartungen geprägten Zeit herausgegeben, begründete sich „durch die bezwingende Kraft der Bildfindungen“ (Schoch/Mende/Scherbaum) Dürers Ruhm in ganz Mitteleuropa. Noch in der Mitte des 16. Jahrhunderts zollte Vasari dem Werk hohes Lob: „Der Dürer der Apokalypse ist für viele von uns Künstlern ein helles Licht gewesen, die sich dann der Überfülle des Reichtums seiner schönsten Phantasien und Erfindungen bedient haben“ (zitiert nach: Schoch/Mende/Scherbaum, Bd. II, S. 59). Dürer selbst rechnete offenbar mit dem großen Erfolg der Folge, denn er gab im Eigenverlag sowohl eine deutsche als auch eine lateinische Ausgabe heraus, um eine möglichst breite Käuferschicht anzusprechen. Seinen Stolz auf die von ihm entworfenen und auf den Holzstock übertragenen Darstellungen dokumentiert er mit der Anbringung seines Monogramms – die Kennzeichnung von Holzschnitten mit dem eigenen Künstlersignet war damals ein Novum.
Die linke obere und untere Ecke angesetzt, verso mit Resten von früherer Montierung, recto in den oberen Ecken braun durchschlagend. In der mittleren rechten Kante ein ca. 1 cm langer Knick. Linke untere Einfassungslinie mit Papierspuren, ansonsten gut erhalten.