Adolf Erbslöh

Kirche in Positano („Kirche in Süditalien“)

Details

Salmen/Billeter 1923/5.

Wille, Hans, Adolf Erbslöh 1881-1947. Mit einem Katalog der Gemälde, Kunst- und Museumsverein Wuppertal u.a. 1967, Kat.-Nr. 153;
Wille, Hans, Adolf Erbslöh. Die frühen Jahre, Recklinghausen 1982, mit farb. Abb. Nr. 53.

Ausstellung:
Moderne Galerie Thannhauser, München, wohl 1923, verso auf dem Keilrahmen mit dem Etikett;
Adolf Erbslöh zum 50. Geburtstag, Barmener Kunstverein, Barmen 1931, Kat.-Nr. 59.

Provienz:
Nachlass des Künstlers;
durch Erbfolge an den jetzigen Besitzer, Privatbesitz, Deutschland.

Beschreibung

1923, am Höhepunkt der Hyperinflation in Deutschland, bereist Erbslöh vom 4. Mai bis 1. Juli Italien und besucht die legendären Künstlerorte Olevano in den Sabiner Bergen und Positano an der Amalfiküste. Hier zeigt er in einer verkürzten Perspektive die barocke Kirche Chiesa Nuova von Positano mit ihrer charakteristisch flachen, segmentierten Kuppel und dem gestuften Glockenturm. Durch die Untersicht wirkt der Bau besonders monumental. Die verschachtelten Bäume, Felsen und Bauten scheinen die Kuppel nach oben in den Himmel zu schieben. Letzterer erstrahlt um die Kirche herum heller und wirkt wie eine Aureole um das heilige Gebäude. Erbslöh arbeitet dabei in seinem für diese Zeit charakteristischen kristallinen Stil, bei dem die Formen in fast kubistische Farbfelder vereinfacht werden. So setzt er hier immer wieder rautenförmige Farbflächen ein, um die Dreidimensionalität der Bäume oder die Farbabstufungen des Himmels zu erfassen. Das Motiv beschäftigte Erbslöh länger: Eine weitere, unvollendete Version entstand im gleichen Jahr (siehe Salmen/Billeter 1923/6); 1941 schuf der Künstler von diesem Gemälde eine gleichnamige Lithographie.