Albrecht Dürer

Das Meerwunder

Details

Bartsch 71; Meder 66a (von k); Schoch/Mende/Scherbaum 21 a (von k).

Provenienz:
Buch- und Kunstantiquariat E + R Kistner, Nürnberg;
dort erworben und seitdem in Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Ausgezeichneter, gegensatzreicher und in allen Partien klar druckender Frühdruck. Von tiefschwarzer, teils noch gratiger Wirkung. Die Landschaft besonders kräftig und wirkungsvoll. Vor allen horizontalen Kratzern und Wischspuren. Innerhalb der Plattenkante geschnitten, aber mit der voll sichtbaren Einfassungslinie.
Die Darstellung mit der Entführung einer nackten jungen Frau durch ein Seeungeheuer schildert einen mythologischen Stoff, der bisher nicht abschließend ikonographisch gedeutet werden konnte. Dürer selbst hat das Blatt im Tagebuch der niederländischen Reise als „Meerwunder“ betitelt. Der weibliche Akt manifestiert sein Bestreben, ein neues, rational begründetes und messbares Schönheitsideal im Sinne der Renaissance zu entwickeln (vgl. Schoch). – Verso am Oberrand mit einer minimalen Papierausdünnung, an den seitlichen Rändern mit Spuren alter Montage- und Leimreste, ansonsten in hervorragend frischer und sehr guter Erhaltung. So schön hinsichtlich Druck und Erhaltungszustand von größter Seltenheit.