Georg Baselitz

Ohne Titel (Flasche)

Details

Wir danken Herrn Detlev Gretenkort, Archiv Georg Baselitz, München, für die freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Werkes.

Ausstellung:
Georg Baselitz, Arbeiten auf Papier, Galerie Michael Werner, Köln 1982.

Provenienz:
Galerie Neuendorf, Hamburg;
Galerie Michael Werner, Köln;
Privatsammlung, Süddeutschland.

Beschreibung

Verso handschriftlich bezeichnet „NR. G.B.Z. 619“.
Auf der Suche nach größtmöglicher Autonomie von Form und Farbe, ohne dabei auf das Gegenständliche verzichten zu müssen, beginnt Georg Baselitz ab 1969, seine Arbeiten um 180 Grad zu drehen. Diese Methode hat sich für Baselitz als Charakteristikum manifestiert. Bei der Suche des Auges nach Form und Inhalt stößt es auf die mit Leichtigkeit gezogenen Pinselstriche, die in einer sich verdichtenden Überlagerung zum Motiv leiten. Erst die sich zuspitzende Form des Flaschenhalses fängt die Intensität der kraftvollen Pinselstriche mit dem Erfassen des Gegenstandes ein. Anders die Arbeit „Ohne Titel (Dreibeiniger Akt)“, welche in der Leichtigkeit verbleibt und dem Betrachter Raum gibt, neben der Gestalt eine Aktion oder Bewegung zu erahnen.
Baselitz schafft es mit seinen auf den Kopf gestellten Bildern, tachistische und figurative Bildelemente miteinander korrespondieren zu lassen und dadurch seinen ganz persönlichen Malstil zu entwickeln.
„Ein Gegenstand auf dem Kopf gemalt ist tauglich für die Malerei, weil er als Gegenstand untauglich ist.“ (zit. nach: Ausst.-Kat. Georg Baselitz. Bilder, die den Kopf verdrehen, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 2.4.-8.8.2004, S. 139).
– Papier technikbedingt leicht wellig und mit schwachen Atelierspuren, insgesamt in guter Erhaltung.