Details

Schellmann/Feldman II.97.

Provenienz:
Privatbesitz, München.

Beschreibung

Andy Warhols Markenzeichen ist der Siebdruck, ein Vervielfältigungsverfahren, das bislang primär in der Werbung genutzt wurde. In den 1960er Jahren reproduziert er damit vor allem Porträts berühmter Persönlichkeiten wie z.B. Jackie Kennedy, Marilyn Monroe oder Elvis Presley.
Anfang der 1970er Jahre schlägt Bruno Bischofberger Warhol vor, wieder zur klassischen Malerei zurückzukehren und Porträts der wichtigsten Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts zu erstellen, er denkt dabei an Albert Einstein. Nachdem Warhol aber gerade im Life-Magazin liest, dass Mao Zedong aktuell die berühmteste Persönlichkeit der Welt sei, dient ihm das Porträts Maos auf dem „Little Red Book“ als Vorlage für eine neue Serie. Die „Rote Bibel“ umfasst Zitate und Veröffentlichungen Mao Zedongs, seinerzeit wird erwartet, dass jeder Chinese dieses Buch bei sich trägt.
So entsteht „Mao“ unter anderem als Serigraphie in einer Reihe von 10 verschiedenen Farbvariationen, die auf dem offiziellen Porträts des chinesischen Staatsführers Mao Zedong basieren. In der für Warhol typischen Bildsprache der Werbung reduziert er den von ihm Porträtierten auf den Status einer beliebigen konsumierbaren Markenware, bei der es letztlich nur auf die richtige Verpackung ankommt, die Farbgebung von Gesicht und Hintergrund. Warhol macht das Propagandafoto des Kommunistenführers zu einer Ikone westlicher Kunstware und Teil der westlichen Pop-Kultur.
Herausgegeben von Castelli Graphics und Multiples, New York. – Leichte, gleichmäßige Papierverfärbung und an zwei Stellen mit kaum merklichen Läsuren in der Farbschicht. Sonst sehr gut erhalten.