Details

Pfäffle 1922/2.

Ausstellung (Auswahl, alle verso mit dem Etikett):
Otto Dix. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Galerie Valentien, Stuttgart 1983, Kat-Nr. 48;
Otto Dix, Accademia Belle Arti, Neapel 1986, Kat.-Nr. 96;
Otto Dix. Welt & Sinnlichkeit, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg 2005/06, Kat.-Nr. 46, Abb. 14;
Otto Dix. Retrospektive, Museum zu Allerheiligen/Kunstverein, Schaffhausen 2006;
Geisterbahn und Glanzrevue. Otto Dix. Aquarelle und Gouachen, Bucerius Kunst Forum, Hamburg 2007, Kat.-Nr. 40, mit farb. Abb. S. 85;
Otto Dix, Neue Galerie, Museum for German and Austrian Art, New York 2010, Kat.-Nr. 121, Abb. S. 154.

Provenienz:
Nachlass des Künstlers;
Otto Dix Stiftung, Vaduz.

Beschreibung

Das Aquarell ist ein Geschenk des Künstlers an seine Freundin Martha Koch zum ersten gemeinsam verlebten Geburtstag 1922. Erst im vorangegangenen Herbst hatten sie sich in Düsseldorf kennengelernt, als Dix einen Porträtauftrag von Marthas Ehemann, dem Arzt Dr. Hans Koch, ausführt. Sie verlieben sich und Martha folgte Dix zunächst nach Dresden, bevor sie Ende 1922 nach Düsseldorf übersiedeln und 1923 heiraten. Dix malt und zeichnet seine Frau Martha, genannt Mutzli oder auch Mutzlein, immer wieder, allein 18 Aquarelle sind mit ihrem Porträt bekannt. Mit Toy bezeichnet Dix sich selbst, so wie auch auf einer Selbstporträt-Zeichnung im Jahr 1921. Der sonst so rationale und bedingungslos realitätsnahe Dix, der seine Modelle in den Randbereichen der Gesellschaft findet und schonungslos ehrlich darstellt, zeigt sich bei den Porträts von Mutzli fast schon befangen. Sie sind geprägt von Sympathie und Liebe und zeigen Idealisierungstendenzen, die Dix sonst überaus fremd sind. „Grün, Grauschwarz und wenig Rosa schaffen kühle Distanziertheit der majestätischen Erscheinung, eine begehrenswerte Frau, die Dix bald heiraten wird. Ein großes Maß an Verehrung und auch Respekt ist in das Aquarell eingeflossen.“ (Suse Pfäffle, Otto Dix, Werkverzeichnis der Aquarelle und Gouachen, Stuttgart 1991, S. 27). – Leichte Atelierspuren, Papier schwach gebräunt, vereinzelte winzige Braunfleckchen, Blattkanten unregelmäßig beschnitten und mit kleineren Läsuren, leichte Griffknicke, geringfügige Knickspuren, verso an den oberen Blattecken fest montiert, insgesamt in guter Erhaltung.