Deutsch um 1830/40

Studienblatt mit Veilchenblättern

Beschreibung

Die Romantik hatte das Studium von Pflanzen noch einmal ganz neu für sich entdeckt, als es darum ging, zur Essenz der Dinge und Erscheinungen vorzudringen. Berühmt sind Philipp Otto Runges filigrane Scherenschnitte heimischer Blumen (vgl. Los 221), in denen er das „Charakteristische“ der Pflanzen suchte, oder die im gegenseitigen Wettbewerb entstandenen, altdeutsch anmutenden Studien welker Blätter von Ferdinand Olivier und Julius Schnorr von Carolsfeld. Unser reizvolles, in der Anordnung der Veilchenblätter wohl überlegt geordnetes Blatt atmet von Ferne noch diesen Geist, doch gehört es bereits dem beginnenden Naturalismus bzw. Realismus an. Wie sich die lebendig, dabei detailliert geschilderten Blätter vom grauen Grund abheben, erinnert an ähnliche Blätter des Hallenser Carl Adolf Senff, doch muss einstweilen fraglich bleiben, ob er als Maler unseres elaborierten Blattes in Frage kommen kann. Außer Frage steht allerdings die hohe künstlerische Qualität, die unser Blatt zu einem wahren Kabinettstück macht. – In sehr gutem Zustand.