Franz Werner von Tamm

Jagdstillleben mit Jagdhund und roter Pulvertasche

Details

Provenienz:
Aus süddeutschem Adelsbesitz.

Beschreibung

Vorliegendes, neu entdecktes Gemälde wurde von Fred Meijer als eine „charakteristische Arbeit Franz Werner von Tamms“ bestimmt. Er datiert das Bild in dessen Wiener Zeit (1695-1724) und vergleicht es mit einem Gemälde in der Datenbank des RKD (https://rkd.nl/explore/images/287742) sowie einem Bild, das bei Lempertz, Köln, am 16.5.2015, Los 1110, versteigert wurde.
Franz Werner von Tamm hatte es in seinem Fach, der Stilllebenmalerei, zu wahrer Meisterschaft gebracht. 1695 war er von Kaiser Leopold I. nach Wien berufen und zum Hofmaler ernannt worden, nachdem er seine Wanderjahre in Rom beendet hatte. Dekorativ arrangiert und effektvoll beleuchtet breitet er die reiche Jagdbeute – mehrere Enten- und Singvögel und einen Hasen – vor den Augen des Betrachters auf einem Waldbodenstück aus. Farbliche Akzente bilden die rote Pulvertasche, das Hundehalsband, das eingetrocknete Blut auf dem Fell des Hasen und der erlegte Gimpel im Vordergrund, welche sich effektvoll gegen das weiße Fell und das Gefieder der Vögel abheben. Über den sinnlichen Genuss hinaus beinhaltet das Gemälde auch einen symbolischen Wert: Die reiche Jagdbeute kann als Sinnbild der Abundantia, des Überflusses, interpretiert werden.

Wir danken Dr. Fred Meijer, Amsterdam, für die Identifizierung des Künstlers auf Grundlage einer digitalen Fotografie (Email vom 13.3.2018).