Salvo (Salvatore Mangione)

Ohne Titel

Details

Mit einer Fotoexpertise von Christina Tuarivoli, Archivio Salvo, Turin, vom 2.10.2017. Das Gemälde ist im Archivio Salvo unter der Nummer S1987-20 registriert.

Provenienz:
Galerie Paul Maenz, Köln;
Privatsammlung, München.

Beschreibung

Die künstlerischen Wurzeln Salvos sind in der Arte Povera der späten 1960er Jahre zu finden. Von 1969 bis 1972 teilten sich die Autodidakten Alighiero Boetti und Salvo ein gemeinsames Atelier in Turin. 1972 wird Salvo zur Teilnahme an der documenta 5 in die Abteilung „Individuelle Mythologien“ eingeladen, einer Idee Harald Szeemanns, bei der ein Rückzug des Künstlers ins Private und eine von den individuellen Erlebnissen und Erinnerungen des Künstlers geprägte symbolische Bildsprache im Vordergrund stehen sollen. Auch wenn sich Salvo schon ab 1973 von der konzeptuellen Kunst abwendet und sich von da an hauptsächlich der traditionellen Malerei widmen wird, prägen Themen wie Erinnerung und Innensicht maßgeblich das Werk des Künstlers. Im Ausschnitt eines extremen Hochformates führt Salvo in „Ohne Titel“ den Blick des Betrachters in eine lichtdurchflutete, menschenleere Industriekulisse. Hinter drei versetzt angeordneten, schnörkellosen Fassaden ragt am linken Rand des Bildausschnittes ein wuchtiger Schlot in den gelb eingefärbten Himmel und bläst eine große Rauchwolke in bauschigen Windungen in die Höhe. Die tief stehende Sonne markiert wie eine Leuchtkugel das Bildzentrum und verleiht der Szenerie eine dramatische Beleuchtung. Trotz der ausgesprochenen Alltäglichkeit und Kargheit der Momentaufnahme lässt Salvo den Betrachter zum Zeugen eines intimen Momentes werden. Er führt uns an einen fernen, verwunschenen Ort, versetzt das Einfache in eine magische Stimmung. „Ich male keine Landschaften“, sagt Salvo. „Ich male Gefühle!“