Details

Engberg 7.

Provenienz:
Privatsammlung, Italien.

Beschreibung

Das letzte Licht des Tages streift die kapitalen Lettern von HOLLYWOOD, während die Hügelkette schon im Dunkeln liegt und sich lediglich als Schattenriss vom Horizont abhebt. Einzig aus der Talsenke, die im Schnittpunkt der beiden bildbeherrschenden Diagonalen liegt, leuchtet noch intensiv goldgelbes Licht. Die Darstellung nimmt in einem schmalen Streifen lediglich den unteren Rand ein, die übrige Bildfläche bleibt gegenstandslos, sie gehört vollständig dem Himmel über den Hollywood Hills. Ein grauer Schleier bedeckt das Firmament und schwebt über dem Schriftzug, der in den 1920er Jahren noch Hollywoodland hieß und auf den Hügeln montiert wurde, um die dort gelegenen Grundstücke besser zu vermarkten. Die Buchstaben über der Stadt wurden jedoch schon bald zum Sinnbild für die aufstrebende Filmindustrie, das Symbol für die amerikanische Traumfabrik, und so ist es bis heute geblieben. Angelegt als extremes Querformat im Stile des Cinemascope Breitbildformats klingt in Ruschas Darstellung das Thema an.
„Hollywood“ von 1968 zählt zum grafischen Frühwerk von Ed Ruscha und gilt als eines der Hauptwerke in diesem Medium. Der Künstler hat im Motiv seine eigene Biografie und sein künstlerisches Anliegen mit der Vorstellung des American Dream verwoben. Geboren in Omaha, bewegte sich Ruscha langsam nach Westen, aufgewachsen ist er in Oklahoma City, nach Los Angeles kam er mit Anfang 20. Sofort sprach ihn die Stadt an, unmittelbar war ihm klar, hier müsse er leben und die einzig mögliche Daseinsform sei die des Künstlers, er sei dafür geboren, der Farbe beim Trocknen zuzusehen, wie er später selbst sagte. Mit eben dieser Klarheit entdeckte er schon früh die Sprache als Sujet. Ein Wort ist eine Buchstabenfolge, ist ein visuelles Konstrukt mit sinngebender Konnotation. Von seinem Atelier in East Hollywood schaute Ruscha über 20 Jahre lang auf die zur greifbaren Konstruktion gewordenen, in die Landschaft gebauten Buchstaben des Hollywood Signs. Worte ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk von Ed Ruscha, scharfsichtig experimentiert er mit den visuellen Möglichkeiten von Sprache, so auch in den folgenden „Drops“ und den „Suds“. – Von guter Erhaltung.