Details

Lechleitner 1976/67.

Provenienz:
Galerie Regio, March-Hugstetten, verso mit dem Stempel;
Privatbesitz, Baden-Württemberg.

Beschreibung

Werner Berges‘ Werk ist der Figur verpflichtet. Teils begegnet sie dem Betrachter herausfordernd lasziv, teils flächig bunt oder aus der Distanz beobachtet, in kühler Atmosphäre. Der Künstler arbeitet mit unterschiedlichen Materialien, das Spannungsverhältnis von Motiv und den Gestaltungsmitteln auslotend. Wie ein roter Faden scheint sich eine zeitgenössische Form des alten Widerstreits zwischen „disegno“ und „colori“ durch Berges‘ Werk zu ziehen. Die Linie, das Zeichnerische ist für den anfangs als Grafiker ausgebildeten Künstler der Ausgangspunkt jeglicher Komposition. Anschließend beginnt Berges mit den Überlegungen zu Farbe und Materialien, sein bevorzugtes gestalterisches Mittel ist die Collage. Teils werden die Farben übereinander geschichtet, teils werden sie freigelegt. Das Medium Malerei wird mit vielfältigen, immer wieder neuen Themenstellungen hinterfragt. In den 1960er und 1970er Jahren geschieht dies in einem flächigen, plakativen Stil und erscheint ganz im Geist der Zeit im Gewand der Pop-Art. Im folgenden Jahrzehnt überführt Berges seine Figuren, die klaren Konturen beibehaltend, mit der Technik der Enkaustik experimentierend in einen kühleren Malstil. Das kalte Eis, auf dem die Schlittschuhläufer in „Sehr kalt“ unterwegs sind, findet seine Entsprechung in der krustig ausgeführten, dicken Malschicht. – Linke untere Ecke minimal bestoßen, sonst sehr guter Zustand.