Details

Mit einer Fotoexpertise von Beverley Calté, Comité Picabia, Paris, vom 12.4.2017. Die Arbeit wird unter Reg.Nr. 3795 in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis aufgenommen. Außerdem mit einer weiteren Fotoexpertise von Olga Picabia, der Witwe des Künstlers.

Provenienz:
Privatbesitz, Spanien.

Beschreibung

Die meisten Künstler der Klassischen Moderne pflegten einen kontinuierlichen und konsequenten Kunststil. Picabia aber lehnte eine solche Arbeitsweise vehement ab. Stattdessen verärgerte er sogar seine größten Verehrer, indem er seinen künstlerischen Standpunkt immer wieder in Frage stellte und neu definierte. Seine malerische Bandbreite reicht von Impressionismus über Dadaismus bis zu abstrakten Arbeiten. Er verarbeitet Elemente des Fauvismus und Futurismus, nähert sich dem Surrealismus an und lässt sich zeitlebens nicht einer Stilrichtung zuordnen. Picabia übermalt in der vorliegenden Arbeit altmeisterlich anmutende Bleistiftskizzen mit wenigen, groben Pinselstrichen. Es entsteht ein vielschichtiges, rätselhaftes Werk, das den „Transparences“ zugeordnet werden kann. Hier werden in sich überlagernden Bildebenen verschiedene kunsthistorische Anspielungen miteinander verwoben, welche in dieser Zusammenstellung neue, zuweilen undurchschaubare Bedeutungsebenen schaffen. – Obere Ecken mit mehreren Stecknadellöchlein. Oberrand mit einem winzigen Einriss. Vereinzelte Braunfleckchen und kaum merklich gebräunt. Minimal lichtrandig. Sonst von schöner Erhaltung.