Otto Dix

Christuskopf (Dornenkrone)

Details

Mit einem Briefwechsel in Kopie vom 28.7.1985 des Werkverzeichnis-Verfassers, Dr. Fritz Löffler, und den Vorbesitzern, in denen das Werk eindeutig als Werk von Otto Dix bestätigt wird.

Das Werk wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Gemälde von Prof. Dr. Rainer Beck, Coswig, aufgenommen.

Provenienz:
Privatsammlung, Rheinland-Pfalz.

Beschreibung

Dix, der ein guter Bibelkenner war, setzt sich in seinem umfangreichen Werk auch intensiv mit biblischen Szenen auseinander. Zur Bibel, die er auch im Krieg beim Kriegseinsatz selbst las, sagte er: „Jedes Wort muß man lesen. Die Bibel ist nämlich ein wunderbares Geschichtsbuch. Es ist eine große Wahrheit in allem. Die meisten lesen doch keine Bibel. Aber die Bibel lesen, die Bibel lesen, wie sie ist, in ihrer ganzen Realistik, auch das Alte Testament, das zu lesen: Das ist schon ein Buch. (…) die Bibel auch kulturgeschichtlich, kulturhistorisch, gesellschaftshistorisch, in jeder Beziehung, ein großartiges Buch, ganz großartig!“ (Löffler S. 65). So entstehen Gemälde mit Themen wie u. a. „Geburt Christi“ (Löffler 1943/2), „Kreuztragung Christi I“ (Löffler 1943/4) und „Auferstehung I“ (Löffler 1943/5). Zu dieser Werkgruppe sagte er selbst: „Am liebsten sehe ich die Urthemen der Menschheit mit meinen eigenen Augen“ (Löffler S. 65.).
Vor allem die Leiden Christi beschäftigen Dix auch nach Kriegsende intensiv. Seine Anschauung von Christus muss dabei als Erläuterung dieser Werke verstanden werden: „Dieses Leben dieses Jesus, das ist eine ganz tragisch kümmerliche Angelegenheit gewesen. (…) Da ist der durchgegangen, als ein ganz verachteter, lächerlicher Mensch. Und jetzt stellen wir ihn dar als kolossal geleckten Bärtling, nicht wahr (…)“ (Löffler S. 66). Das vorliegende Werk entstand wohl auch als weitere Kopfstudie Christi in Dix‘ Colmarer Zeit (vgl. „Christuskopf“ – Löffler 1946/3).