Ernst Ludwig Kirchner

Berglandschaft mit Gewitterwolke

Details

Dieses Werk ist im Ernst Ludwig Kirchner Archiv, Wichtrach/Bern, dokumentiert.

Ausstellung:
Ernst Ludwig Kirchner, Katalog 51, Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern 1994, Kat.-Nr. 51, mit farb. Abb.;
Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Ölgemälde – Aquarelle – Zeichnungen, Galerie Welz, Salzburg 22.7.-3.9.1995, Kat.-Nr. 40, mit Abb.

Provenienz:
Nachlass des Künstlers, verso mit dem Basler Nachlassstempel, Lugt 1570 b, dort mit der handschriftlichen Registriernummer „A Da/Aa 16“ und dem weiteren Vermerk „K 3977“ und „C 2956“;
Privatsammlung, Österreich.

Beschreibung

Das Aquarell entsteht im Zusammenhang mit der Radierung „Berglandschaft mit Gewitterwolke“ (Dube R 633), desselben Jahres (seitenverkehrt).
Ernst Ludwig Kirchner hält in einzelnen Werken der 1930er Jahre die Macht der Natur, die der Mensch wie auch er selbst, vor allem im Gebirge zu spüren bekommt, eindrucksvoll fest. Im Mittelpunkt ragt in leuchtendem Gelb eine Bergspitze hervor, die von bewaldeten Hängen flankiert wird. Darüber schwebt eine dunkle bedrohliche Gewitterwolke, die sich fest am Bergwipfel verfangen hat. Der Betrachter hat das Gefühl ,sich in Sicherheit bringen zu müssen.
Kirchner könnte hier jedoch auch die schwierige politische und wirtschaftliche Situation bildlich angedeutet haben. Seit der Machtergreifung der Nazis 1933 verschlechterte sich die allgemeine Situation zunehmend. Kirchner machte sich Sorgen und schrieb am 27. April 1935 an Karl Hagemann: „Es ist sehr einsam jetzt hier, aber wo soll unsereiner hin in dieser Zeit. Man muss froh sein, dass man hier sein kann. Davos ist auch fast tot, nach guter aber kurzer Sportsaison. Was auf die Dauer hier wird mit den leer stehenden Sanatorien ist ungewiss. Manche versuchen es mit Preissenkung, das geht aber auch nicht, bringt jedenfalls nicht mehr Gäste. Alles hat Angst vor neuem Kriege“ (Ausst.-Kat. des Kunstmuseums Basel: Ernst Ludwig Kirchner, Nachzeichnung seines Lebens, Basel 1979/1980, S. 296). – Unterrand minimal unregelmäßig. Kaum merkliche Gebrauch- und Handhabungsspuren. Sonst sehr schön.