Details

Enders 19.Oe.14.

Mit einer schriftlichen Expertise von Dr. Rainer Enders, Frankfurt/Oder, vom 26.3.2008. Das Werk wird in der nächstfolgenden Überarbeitung des Werkverzeichnisses aufgenommen.

Mit einer Bestätigung der naturwissenschaftlichen Untersuchung zum Malmittel und zum maltechnischen Aufbau von Prof. Dr. Elisabeth Jägers und Dr. Erhard Jägers, Bornheim, vom 11.4.2016.

Provenienz:
Bestand des Staatlichen Kunsthandels der DDR;
Privatbesitz, Norddeutschland;
Privatsammlung, Rheinland (um 2008 im Berliner Kunsthandel erworben).

Beschreibung

Dr. Enders schreibt in seiner Expertise, dass die vorliegende abstrakte Darstellung eines weiblichen Aktes wohl im Zusammenhang mit dem Werk „Komposition“ (Enders 19.M.4.) entstand, das Topp 1919 seinem Freund Paul van Ostaijen (1896 – 1928) schenkte. Zu vermuten ist, dass er beide Werke in einem Zuge malte. Enders hält zu Topps Aktmalerei ferner fest: „Der starke Hang Topps zum schönen Geschlecht war unter seinen Künstlerkollegen allenthalben bekannt. Immer wieder war er neu entflammt, manchmal wurde ein wildes Feuer daraus. Deshalb wird die Aktmalerei bei Topp einen größeren Raum eingenommen haben. Von ihm sind Aktbilder in allen Techniken bekannt. Um die Jahrhundertwende herum setzte eine neue Zeit ein. Alte Herrschaftsformen zerbrachen, der Kampf um bürgerliche Freiheiten gewann an Schwung. Dazu gehörten auch Bemühungen um die Emanzipation der Frau, um ihre gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, um mehr Freiheit in den Geschlechterbeziehungen; auch die Darstellung der Frau in der Kunst bliebe nicht dieselbe. Auch wenn die großen Verluste in seinem Werk keine belastbare Aussage erlauben, die Aktmalerei, speziell die Darstellung des weiblichen Körpers, hatte einen beachtlichen Platz in Topps Schaffen. Und es ist alles vorhanden, abstrakt, real, symbolisch, als eigenständige Darstellung oder als verstreute Attribute weiblicher und männlicher Geschlechtlichkeit häufig erotischen Phantasien Raum lassend (…). In seinen bekannten Aktzeichnungen ist er jedoch gegenständlich geblieben, es sind reizvolle Darstellungen der Schönheit des weiblichen Körpers. (…) Farblich bestimmend sind Rot und Gelb, die häufig zu einer Einheit verschmelzen. Farben gehen ineinander über – von Blau über Grün zu Gelb. Das Ganze ist eine widerspruchsfreie vollkommene Synthese von Farben und Formen.“