Jannis Kounellis

Ohne Titel (Prague Castle)

Details

Ausstellung:
Jannis Kounellis, Prague Castle. Christine König Galerie, Wien/Prag 1993;
Jannis Kounellis, Il Sarcofago degli Sposi. Hatje Cantz/MAK, Wien 1999.

Provenienz:
Galerie Christine König, Wien;
Privatsammlung, Österreich.

Beschreibung

Jannis Kounellis ist Mitbegründer der Arte-Povera Bewegung. In seinen Werken widersetzt er sich gängigen Bildformaten und greift auf einfache Materialien wie Eisen, Blei, Holz, Kohle, Hanf, Jute, Reis oder Kaffee zurück. In den banalsten Dingen sucht er das Kostbare und Schöne. Durch diesen Rückgriff zählt er schon früh zu den wichtigsten Verfechtern eines erweiterten Kunstbegriffs und ist bereits 1969 in der von Harald Szeemann kuratierten Ausstellung „When Attitudes Become Form“ vertreten. Kounellis ist ein zutiefst spiritueller Mensch, seine Installationen sind mythologische Bilder, er schafft erlebbare Andachtsräume. Wie bei Joseph Beuys ist es der unbedingte Glaube an die spirituelle Kraft der Kunst, die sein Schaffen nährt. Und auch im Umgang mit den von ihm verwendeten Materialien findet sich ein ähnlicher Ansatz wie bei Beuys: Es ist nicht in erster Linie die Wirkung, die die verfremdeten Materialien im Kunstkontext entfalten, sondern auch Kounellis glaubt an ein den Dingen innewohnendes Potenzial. Die Installation „Prague Castle“ besteht aus buntem, fein gearbeitetem böhmischem Glas, aufgestellt auf einem Sockel aus massiven, industriell hergestellten Doppel T-Trägern. Dazu gehört weiter eine herabhängende, an Waagschalen erinnernde Konstruktion mit kleinen Eisentäfelchen, auf welchen gemahlener Kaffee liegt. Die Installation „prague castle“ ist in der Vorstellung des Künstlers offenbar ein Schloss, wird in einem Fensterrahmen angebracht. Folglich ist es von Kounellis als ein Werk auf der Schwelle konzipiert, der Raum öffnet sich und gibt den Blick auf die Welt vor dem Fenster frei. – Von guter Erhaltung.