Anna und Bernhard Blume

Transzendentaler Konstruktivismus

Details

Mit einem schriftlichen Zertifikat von Anna und Bernhard Blume vom 20. Oktober 2010.

Literatur:
Ausst.-Kat. Anna und Bernhard Blume, Transsubstanz und Küchenkoller, hrsg. von Carl Haenlein, Kestner-Gesellschaft, Hannover 1996, mit s/w. Abb. S. 86.

Provenienz:
Galerie Artlantis, Stuttgart, verso mit dem Galerieetikett;
Privatsammlung, Süddeutschland.

Beschreibung

Seit den 1980er Jahren visualisiert das Künstlerpaar einen „lebenslänglichen Fotoroman“, in deren Zentrum es selbst steht. Als Protagonisten begeben sich die beiden in der „Transzendentalen Fotografie“ in das kleinbürgerliche Milieu, lichten sich teils wechselseitig, teils mit Selbstauslöser gemeinsam ab. Sie inszenieren sich mit diversen Objekten und posieren mit vollem Körpereinsatz, in die Luft hüpfend, taumelnd, dümmlich erstaunt oder in starren Haltungen eingefroren.
Die Alltagsszenerie scheint im Chaos zu versinken. Bernhard Blume als idealtypischer biederer Spießer im karierten Jackett wird von entfesselten Gegenständen, die eine magische Eigenständigkeit gewinnen, in Schrecken versetzt. Die weißen Gebilde scheinen den Raum einzunehmen und den Protagonisten aus dem Bild zu verdrängen, ihn gegen die Wand zu drücken. Die Überzeichnung der Situation zusammen mit der Unschärfe des Bildes führt zu einer gewissen Dynamik und Komik, mit der die Künstler bürgerliche Ideale und Zwänge parodieren und spöttisch kommentieren. – Ein kleiner Kratzer im schwarzen Bereich (1), allgemein von sehr schöner Erhaltung.