Gabriel von Max

Besinnung (Affe vor blauem Grund)

Details

Provenienz:
Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Gabriel von Max, der große Spiritist und Anhänger Charles Darwins, hat mit seinen emotionsgeladenen „Bildnissen“ von Affen gleichsam den bildlichen „Beweis“ für Darwins Evolutionstheorie geschaffen. Der Essenz dieser Theorie, wonach der Mensch unmittelbar vom Affen abstammt und die damit den Kreationismus endgültig ad acta legte, hat Max in seinen zahlreichen Affenbildern beredten Ausdruck verliehen. Max, der auf einzigartige Weise die Welt der Kunst mit der der Wissenschaft vereinte, hat seit seinem ersten Gemälde eines toten Affen mit dem Titel „Schmerzvergessen“ aus dem Jahre 1871 ein starkes anthropologisches Interesse entwickelt, das ihn zu den existenziellen Fragen der Menschwerdung und des Daseins führte. Eine solche „Existenzfigur“ ist auch das Bildnis unseres Affen, dessen sanfter Blick in die Ferne schweift. Durch den blauen Hintergrund abgesetzt, der jede Eindeutigkeit vermeidet – ist es Himmel? -, entwickelt Max im Bildnis des Affen jene sinnende Intensität, die die Frage nach dem Was in den Raum zu stellen scheint: Wer bin ich, wo komme ich her?
Gabriel von Max feierte als „Seelenmaler“ große Erfolge, zu denen seine zahlreichen Affenbilder ganz wesentlich beigetragen haben. Als Anregung und Anschauungsmaterial bei seinen anthropologischen Erkundungen diente ihm eine kleine Affenherde – zeitweise bevölkerten 14 Affen sein Anwesen -, die er zu Studienzwecken herangezüchtet hatte. Seit den 1890er Jahren hat Max zahlreiche solcher kleinformatigen Affenbilder geschaffen, die er direkt für den Kunstmarkt bzw. für Sammler malte, um mit dem Erlös den Aufbau seiner rund 60.000 Objekte umfassende Sammlung zoologischer und ethnographischer Relikte zu finanzieren. Auch unser kleinformatiges Gemälde dürfte aus dieser Zeit stammen.