Lovis Corinth

Studienkopf aus der Löfftz-Schule

Details

Mit einer schriftlichen Expertise von Professor Dr. Thomas Deecke, Berlin, vom 5.1.2015.

Provenienz:
Privatbesitz, Nordrhein-Westfalen.

Beschreibung

Dieses Gemälde wird schon in dem 1941 erschienenen Buch „Der junge Corinth“ des Kunstschriftstellers Alfred Rohde erwähnt. Rohde verzeichnet ein Foto der Kunsthandlung Lukas Akliros, Berlin, und bemerkt im Text (S.92): „Eine Kompositionsstudie unter Löfftz ist wohl auch ein kürzlich im Berliner Handel (Abb.15) aufgetauchter Kopf, der zu Unrecht als Selbstbildnis angesprochen wurde. In seiner Jugend hat sich Corinth nie in einer Pose selber gemalt.“ Professor Dr. Thomas Deecke schreibt zu diesem Werk: „In dem Studienkopf aus der Löfftz-Klasse deutet sich schon die besondere Porträtkunst von Lovis Corinth an, die ihn zu einem der Großen der Bildnismalerei im ersten Viertel des 20. Jahrhundert gemacht hat, weil es ihm immer darum ging, seine Modelle nicht nur in ihrer Physis, sondern auch in ihrer Psyche zu erfassen. Malerisch ist der Studienkopf schon sehr entwickelt und entspricht damit dem Stand der Ausbildung bei Löfftz, die in dem großen Bild ‚Schächer am Kreuz‘ von 1883 (WK 10) kulminiert.“ Professor Deecke vermutet, dass das Gemälde nachträglich von Corinth signiert wurde, da die frühen Signaturen meist anders aussahen.