Details

Provenienz:
Privatbesitz, Deutschland.

Beschreibung

Die Blaue Grotte auf Capri konnte nur in der Romantik entdeckt werden. Sie erfüllt nahezu alle Parameter, die man gemeinhin mit der Romantik verband: Bizarr und geheimnisvoll, hell und dunkel, entrückt und nah ist die Blaue Grotte, und nicht zuletzt gleicht ihre Farbigkeit Novalis‘ „Blauer Blume“, dem Symbol der Romantik.
Im Sommer 1826 hatten der Schriftsteller August Kopisch und der Maler Ernst Fries die Blaue Grotte entdeckt bzw. wiederentdeckt, denn ihre Existenz war den Einheimischen seit langem bekannt. Für sie mit einem Fluch behaftet, mussten Fremde die „verrufene Höhle“ in den Sehnsuchtsort Blaue Grotte verwandeln, die unter ihrem italienischen Namen „grotta azzura“ noch geheimnisvoller erschien. Als sie die Grotte schwimmend erreichten, sahen sie „ein mächtig großes und tiefes Bassin, weit überwölbt von Tropfstein-gezierten, schön geschwungnen Felsen, das Wasser ein wallender Himmel, dessen blaues Licht die Decke darüber zauberisch erhellte. Am hochroten Saume, der rings von Seetieren gebildet, alle Ränder der Grotte verziert, funkelten die Brandungen umher, und spielten die Farben aller Edelgesteine. Zum Eingange herein aber schimmerte das helle Tageslicht, und breitete gleich einem Monde seinen Schein über das Wasser.“
Einen lebhaften Eindruck von der Faszination der in Blau erstrahlenden Höhle vermittelt August Edvard Kieldrups kleines Gemälde, das eine weitere, bisher unbekannte Facette seinem Werk hinzufügt. Bisher hauptsächlich als spätromantischer Maler von Motiven aus Dänemark, etwa der Kreidefelsen auf der Insel Møn, bekannt, dürfte seine Blaue Grotte in seiner Frühzeit um 1850 während einer Studienreise nach Italien entstanden sein.