Details

Provenienz:
Galerie Meyer-Ellinger, Frankfurt/Main;
Privatsammlung, Baden-Württemberg.

Beschreibung

Graubner selbst brachte diese Komposition in feinen Lila- und Grüntönen in Zusammenhang mit Richard Wagners stimmungsvollem „Waldweben“ aus dem zweiten Akt des „Siegfried“. Wie beim Hören von Musik wünscht sich Graubner für seine Farbkörper konzentrierte Betrachter, die den organisch wirkenden, pulsierenden Farborganismen aufmerksam folgen.
In einem Nachruf auf Gotthard Graubner hieß es, seine Farben würden nie verklingen. Und in der Tat gelang es dem Maler, wie kaum einem anderen, Farbe dauerhaft Präsenz zu verleihen. Sein zentrales Thema war der Umgang mit Farbe und vor allem mit seinen Farbraumkörpern gelangen ihm Kompositionen von unverwechselbarer Qualität. Graubner ist der Meister der sanften Töne und oszillierenden Farbwerte. Um 1970 hat Graubner begonnen, seine Bildträger aufzupolstern. In zahlreichen feinen Schichten, die teils vom dick wattierten Untergrund aufgesogen werden, trug der Maler die Farbe auf und schuf damit eine einzigartige Tiefenwirkung. Mit dieser Innovation hat er die Zweidimensionalität der Leinwand überwunden und fand einen überzeugenden Weg, die reine Farbe zum Gegenstand zu erheben. Gotthard Graubner nennt diese Werke Kissenbilder oder Farbraumkörper. Er leistet damit in der Nachfolge von Künstlern wie Mark Rothko, Barnett Newman und Clyfford Still einen eigenständigen Beitrag zur Entwicklung der lyrischen Farbfeldmalerei.