Alexander Kanoldt

„Stillleben VII“.

Details

Die Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Gemälde von Dr. Michael Koch aufgenommen.

Literatur:
Ansenk, Emila u.a., „Schilders van een andere werkelijkheid: in de collectie van het Scheringa Museum voor Realisme“, Zwolle 2006, S. 62 f., mit ganzs. farb. Abb.;
van der Lugt, P. (Hrsg.), „Nieuw Realisme: 159 werken uit de collectie van het voormalige Scheringa Museum voor Realisme“, Zwolle 2010, S. 88, mit Abb.

Ausstellung:
„51. Ausstellung der Berliner Secession – Herbst Ausstellung“, Berlin 23.10.-15.12.1926;
„Stilleben. Gestern und heute“, Galerie Michael Haas, Berlin 27.11.2015-9.1.2016.

Provenienz:
Galerie Gunzenhauser, München 1983;
Privatsammlung, Dänemark;
Sotheby’s, London 9.10.2002, Los 41;
Ehemals Scheringa Museum of Realist Art, Spanbroek.

Beschreibung

In der historisch und politisch äußert unruhigen Zeit der Weimarer Republik zog Kanoldt sich in seiner Motivwahl zurück in die private Sphäre seines Heims. Hier malt er Stillleben, die sich durch eine künstlerische wie auch künstliche Ruhe auszeichnen. Er arrangiert alltägliche Gegenstände auf unspektakuläre Weise in einem unbestimmten, häufig noch durch einen Vorhang verengten Raum. Dabei beschränkt Kanoldt sich auf wenige, längst bekannte Dinge. Er verbindet runde Formen – Krüge, Vasen, Äpfel – mit eckigen Tischen, Regalen oder Büchern. Immer wieder malt er Grünpflanzen, wobei gerade der Gummibaum zu einem wiederkehrenden Motiv wird. Durch die neutrale Ausleuchtung des Raums und den stark reduzierten Schattenwurf erhalten diese Gebrauchsgegenstände eine melancholisch-strenge Würde. Nichts in ihnen bewegt sich, sie wirken fest gefroren in der Zeit. Aus ihnen strahlt so eine Sehnsucht nach ewiger Dauer. Das vorliegende Gemälde entstand als eines der letzten in der Serie der Stillleben im Stil der Neuen Sachlichkeit und bildet somit einen abschließenden Höhepunkt in Kanoldts Auseinandersetzung mit diesem Thema. – Doubliert.