Details

Mit einer Fotoexpertise von Hans-Jürgen Imiela, Mainz, vom 27.6.2001. Laut freundlicher Auskunft von Bernhard Geil entstand das Werk um 1921.

Provenienz:
Sammlung Carl Zitzmann, Erlangen;
Versteigerung Paul Cassirer und Hugo Helbing. Die Sammlung eines süddeutschen Kunstfreundes, Berlin, 3./4.3.1925, Kat.-Nr. 137, Tafel 58;
Privatbesitz, Schweiz;
Lempertz, Auktion 520, Köln 1.12.1971, Los 1054;
Privatbesitz;
Lempertz, Auktion 549, Köln 5.12.1975, Los 690, Tafel 22;
Privatsammlung, Rheinland-Pfalz.

Ausstellung:
„Max Slevogt“, Moderne Galerie Thannhauser, München 1922, Kat.-Nr. 11, o. Abb.

Literatur:
Hans-Jürgen Imiela, „Max Slevogt. Eine Monographie“, Karlruhe 1968, S. 420, Anmerkung 4 (dort 1916 datiert).

Beschreibung

Das vorliegende Gemälde zeigt in sommerlicher, lichtdurchfluteter Stimmung eine intime Szene von drei nackten Männern in einem von fremden Blicken abgeschirmten Garten. Sie widmen sich dem ausgiebigen Sonnenbad und liegen bzw. stehen auf der grünen Wiese. Die Hauptfigur mit Hut steht mit dem Rücken zum Betrachter am Rande einer weißen Decke. Die üppige Vegetation flankieren am rechten Rand zwei riesige Bäume, die fast die Hälfte des rechten Bildteils ausfüllen und etwas Schatten werfen. Die Leichtigkeit der Komposition lässt den Betrachter die Sommerstimmung nahezu spüren. Mit frischen Grün-, Blau- und Gelbtönen sind die Bäume und Büsche wie die Wiese in impressionistischer Manier wiedergegeben. Den Himmel führt Slevogt in hellen Blautönen und mit einzelnen weißen Strichführungen der Wolken stimmungsvoll aus.
In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg entstehen einige Ansichten des Slevogthofs (Neukastel) und dessen Umgebung. Der Künstler erwarb nach vielen Aufenthalten 1914 das Anwesen und nutzte es als Sommersitz. Slevogt stellt in verschiedenen Ansichten Familienmitglieder und Freunde dar und gibt die unterschiedlichen Jahreszeiten in eindrucksvoller Lichtführung wieder. Wie im vorliegenden Werk entstehen intime Szenen fern vom Weltgeschehen. Der Betrachter taucht ein in die abgeschiedene Szene und wird von seinem Standpunkt als weiterer Akteur nahezu mit einbezogen. Auch in der Druckgraphik widmet sich Slevogt diesem Thema. In der Mappe „Sonnenbad“ von 1922 hält der Künstler in 10 Radierungen die verschiedensten Gartenszenen fest (Söhn 559-568).