Gabriele Münter

Am Hügel (Staffelsee).

Details

Eine Bestätigung der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, von Dr. Isabelle Jansen vom 5.7.2011 liegt in Kopie vor. Das Werk wird in das von der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Gemälde aufgenommen.

Provenienz:
Gabriele Münter- und Johannes Eichner Stiftung;
Galerie Rosenbach, Hannover 1981;
Privatsammlung, Schweiz (seit 1981).

Beschreibung

Schon bei ihren ersten Ausflügen 1908 verliebt sich Gabriele Münter in den kleinen Ort Murnau im bayerischen Alpenvorland. Während eines sechswöchigen Arbeitsaufenthalts in Murnau im selben Jahr erlebt Münter eine Phase höchster Produktivität. Später schreibt sie über diese Wochen: „Die erste Studienzeit dort, im Spätsommer 1908, war ich voll von Bildern des Ortes und der Lage (…). Immer mehr erfasste ich die Klarheit und Einfachheit dieser Welt. Besonders bei Föhn standen die Berge als kräftiger Abschluss im Bilde, schwarzblau. Dies war die Farbe, die ich am meisten liebte“ (Zit. aus „Gabriele Münter“, Ausstellungskatalog, München 1992, S. 31). Auch in dem vorliegende Gemälde „Am Hügel“ mit Blick auf den Staffelsee setzt die Künstlerin diese Farbe ein, um den See zu begrenzen. Hier im Blauen Land findet Münter 1908 zu ihrer charakteristischen Malweise. Ihr Malstil veränderte sich von einer pastosen, raschen Spachtelmalerei zu einem dünnen Farbauftrag mit trockenem Pinsel, der stellenweise die Malunterlage durchscheinen lässt, so wie hier auch der bräunliche Malkarton durch die breiten, horizontalen Pinselstriche des Wegs sowie um die Baumkuppen herum durchschimmert. Die Klarheit der großflächigen Vorgebirgslandschaft, deren Farben durch den Föhneinfluss noch verstärkt werden, bringt die Palette der Künstlerin zum Leuchten. Hintergrund und Vordergrund erscheinen in der gleichen Farbintensität, die Lichtquelle ist nicht mehr klar definiert. Stattdessen scheinen die Farben aus sich heraus zu glühen.