Details

Schult 116; Laur 166.

Beschreibung

Laut Laur gab es zu Lebzeiten keine Güsse. Die Figur wurde erst ab 1952 gegossen. Barlach beschäftigte sich wiederholt mit dem Motiv des sich nach links neigenden Mannes in einem bodenlangen Gewand. 1911 entstanden zwei Zeichnungen mit dem gleichen Motiv (siehe Wittboldt/Laur 1017 und 1018). Allerdings hält der Mann in diesen ein spitzes Messer in den Händen. Die Bronze hingegen zeigt ein friedfertigeres Motiv: hier wurde die Waffe zu einem Kerzenleuchter. Barlach griff den Mann mit dem Messer erneut 1925/26 in einer Lithographie auf, als Beitrag für eine Notopfer-Mappe, die von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften geplant war (siehe Laur 85). Während die dynamische Bewegung der Messerträger ein Gefühl der Aggressivität vermittelt, wirkt die Neigung des Einsamen hier eher langsam und besonnen. Konzentriert blickt der Mann auf den Boden und fixiert etwas, das dem Betrachter entgeht. Er ist dabei so gebannt, dass er droht, das Gleichgewicht zu verlieren. So entwickelt die Figur sowohl eine statische als auch eine emotionale Spannung. – Kleine Löcher an der rechten inneren Fußkante, vertikale Mantelfalte verso berieben, sonst gut.