Details

Putz 1414.

Provenienz:
Privatsammlung, Süddeutschland (ca. 1976 bei der Galerie Gunzenhauser, München, erworben).

Literatur:
Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben, München/Leipzig 1909, Nr. 1, S. 1 (Titelbild).

Beschreibung

In der großen europäischen Strömung des Jugendstils war München ein besonderes Zentrum. Im Vergleich zu anderen Städten bildete sich hier 1892 zudem die früheste Secession, der Künstler wie Stuck, Trübner und Uhde angehörten. Die Vertreter dieser Gruppe richteten sich vor allem gegen die konservative Kunstpolitik Lenbachs und der Münchner Künstlergenossenschaft. Unter diesen Strömungen schlossen sich dann mehrere Akademieschüler zur Gruppe „Die Scholle“ (1899-1911) zusammen wie Erler, Eichler, Münzer und Feldbauer. Zu den Hauptvertretern zählte auch Leo Putz. Die Werke dieser Zeit waren geprägt von einem fein empfundenen Naturalismus und zeigen, wie auch im vorliegenden Werk noch zu spüren, die Neigung zum Symbolismus, zur Märchen- und Fantasiewelt. Eine weite Verbreitung fand diese Kunst vor allem durch die Druckgraphik und durch illustrierte Zeitschriften wie der „Jugend“ und des „Simplicissimus“.
Dieser Strömung ist auch noch das vorliegende Werk verpflichtet. Putz zeigt uns hier im Zentrum eine Sanduhr mit weiblicher Figur, auf der ein als Schmetterling personalisierter Putto turnt und den Betrachter direkt anschaut. Die Szene wird von einem üppigen Blumenkranz aus Rosen, Stiefmütterchen und Astern eingerahmt. Der Humor bzw. der Witz als starkes Element in der künstlerischen Darstellung spielt hier in der Verbindung Mensch und Natur eine große Rolle und lässt den Betrachter schmunzeln. Laut Werkverzeichnis wurden die Ranken, Blumen und die Schmetterlingsflügel von Frieda Blell ausgeführt, der späteren Frau des Künstlers (1913). – Ränder kaum merklich unregelmäßig, bestoßen und berieben. Minimalst fleckig. Insgesamt in guter und farbfrischer Erhaltung.