Joseph Maria Olbrich

Damenschlafzimmer in der Villa Olbrich.

Details

Literatur:
Joseph Maria Olbrich: Das Haus Olbrich, Berlin 1901, Wasmuth-Mappe I, 10.

Ausstellungen:
Ausst.-Kat. Ein Dokument Deutscher Kunst – Darmstadt 1901-1976, Mathildenhöhe Darmstadt 1977, Bd. 4, S. 187, Nr. 528.
Ausst.-Kat. Jugendstil, Palais des Beaux Arts, Brüssel 1977, S. 32, Nr. 3, Abb.
Ausst.-Kat. Joseph Maria Olbrich 1867-1908, Mathildenhöhe Darmstadt 1983, S. 172, Nr. 130, Farbabb.
Ausst.-Kat. Joseph Maria Olbrich 1867-1908. Architekt und Gestalter der frühen Moderne, Mathildenhöhe Darmstadt/Leopold Musem Wien 2010, S. 162, Abb. 5.

Provenienz:
Nachlass Joseph Maria Olbrich; seitdem im Besitz der Nachfahren

Beschreibung

Joseph Maria Olbrich war zu seiner Zeit das, was man heute einen Designer nennen würde. In für die Wiener Kunst um 1900 nicht untypischer Weise hat er einen erweiterten Kunstbegriff vertreten, der die Grenzen zwischen den Gattungen auflöste. Olbrichs Werk ist ein „Gesamtkunstwerk“, in dem verschiedene Künste wie Architektur, Kunsthandwerk usw. miteinander vereint sind und einander ergänzen. Olbrich, bekannt geworden durch das 1897 erbaute Ausstellungsgebäude der Wiener Secession, war 1899 von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt nach Darmstadt berufen worden, wo er der Künstlerkolonie Mathildenhöhe vorstand. Für sie war Olbrich als Architekt tätig – so stammt der Entwurf für das Ernst-Ludwig-Haus von ihm -, er lieferte aber auch Entwürfe für Keramik, Möbel und Musikinstrumente.
Folgerichtig entwarf Olbrich für sein eigenes, seit 1901 am Südhang der Mathildenhöhe errichtetes Wohnhaus nicht nur die Architektur sondern auch die Ausstattung und Einrichtung. Es präsentierte sich als Gesamtkunstwerk, in dem alle Räume so individuell gestaltet waren, dass „bis unters Dach, das Ganze eine Reihe von Stimmungen“ darstellte, wie Olbrich selbst sagte. Im Obergeschoß, das ausschließlich dem Wohnen diente, befand sich das Schlafzimmer seiner Ehefrau Claire, das mit einer Wandbespannung aus gelber Sorrenter Seide und mit elfenbeinfarben getönten Ahornmöbeln „als Ausdruck der Frische beim Erwachen nach der Ruhe“ ausgestattet war. Olbrichs Zeichnung von diesem Schlafzimmer ist mehr als ein Entwurf, es ist das bildhafte Schaubild eines edlen Ambientes, das bereits in der Zeichnung durch die ausgefeilte Farbigkeit und die Kombination verschiedener Zeichentechniken wie Aquarell und Gouache eine vollständige Vorstellung von der ausgeführten Einrichtung gibt. – Von farbfrischer Erhaltung.