Rudolf von Alt

Grein an der Donau mit Schloss Greinburg.

Details

Literatur:
Katalog der Galerie Christian M. Nebehay, Wien, Aquarelle & Ölbilder XVIII.-XX. Jahrhundert, Wien 1971, Kat. Nr. 15 mit Abb.; Walter Koschatzky: Rudolf von Alt, Salzburg 1976, S. 262, Nr. 32/07.

Provenienz:
Verso mit dem violetten Nachlassstempel (Lugt 7). Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Rudolf von Alts kleines Aquarell lässt sich nur vor dem Hintergrund der zu seiner Zeit in Österreich üblichen Vedutenmalerei einschätzen, die detailverliebt Landschaft als Topografie erfasste. Wie viel freier wirkt dagegen Alts Aquarell! Ihm geht es nicht um die genaue topografische Schilderung von Grein an der Donau, sondern um die Erfassung einer momentanen Situation und Stimmung, allerdings ohne sie idealistisch zu überhöhen, wie dies noch Praxis der Romantiker war. Dazu gehört auch der Eindruck des scheinbaren „Unvollendetseins“, doch ist dieses „non finito“ künstlerisches Konzept; es unterliegt einem bestimmten Rhythmus zwischen Stehenlassen des Bleistifts, aquarellierten Partien und dem Weiß des Papiers. Die Voraussetzungen für Alts berühmte Aquarellkunst, deren Rang sich bereits in unserem 1832 entstandenen Aquarell andeutet, liegen in Vorbildern wie Thomas Ender und auch Joseph Rebell, vor allem aber in der frühen Schulung durch den Vater Jakob, dessen Lithografien Alt kolorierte. Unser frühes Aquarell bestätigt die Einschätzung von Otto Benesch, dem ehemaligen Direktor der Albertina in Wien: „Diese Technik der zeichnenden Aquarellmalerei war neu und seit Dürers Tagen unbekannt. (…) Sie erhebt sich turmhoch über das bloß deskriptive der Vedutisten und wird zum Ausdruck souveräner künstlerischer Gestaltung.“