Details

Delteil XVII, 116, 3

Beschreibung

Vom Künstler auf dem Rand oben links bezeichnet:
„3e etat no 1“. – Einer von vier nummerierten Abdrucken des 3. Zustands. Sehr feiner Druck mit den Fingerabdrücken des Künstlers im breiten Rand.

Zwischen 1894 und 1896 schuf Camille Pissarro eine von Druckgraphiken, die nicht nur durch die dabei angewandten Drucktechniken eine Besonderheit im Werk des Landschaftsmalers Pissarros darstellt, sondern auch durch die Wahl der Thematik: Sie zeigen badende Frauen, weibliche Akte, die allein, zu zweit oder in Gruppen sich im seichten Wasser erfrischen. Pissarro schrieb dazu im April 1894 aus Eragny: „Es ist sehr unsicheres Wetter für einen Maler, und ich werke im Atelier herum. Ich habe eine ganze Serie von romantischen ‚gedruckten Zeichnungen‘ gemacht, die mir ganz amüsant erscheinen: eine Menge Badende in allen möglichen Posen in paradiesischen Landschaften, auch Innenräume, Badende bei der Toilette etc.; solche Motive male ich, wenn ich nicht hinaus kann. Dies ist auch amüsant in Hinsicht auf die Valeurs – Schwarz und Weiß -, die den Ton für die Bilder abgeben.“ (Vgl. Janine Bailly-Herzberg, Correspondance de Camille Pissarro, Bd. III, Paris 1988, S. 445). Pissarro, der zwar das akademische Aktzeichnen gelernt hatte, zeichnete erst in den 1890er Jahren wieder vermehrt Aktstudien, so existiert zur vorderen Badenden eine genaue Vorzeichnung in Oxford (vgl. Richard Brettell/Christopher Lloyd, A Catalogue of the Drawings by Camille Pissarro in the Ashmolean Museum Oxford, Oxford 1980, Nr. 257), die durch ihre unklassische Pose auffällt. Pissarro selbst wies anlässlich des Druckes der Platte im Januar 1894 darauf hin: „Vielleicht ein wenig zu viel Natur; es sind Bäuerinnen in ihrer ganzen, kräftig-gesunden Körperlichkeit, ich fürchte, Zartbesaitete wird das schockieren, aber ich glaube, es sind meine besten Sachen.“ (vgl. Correspondance, Bd. III, S. 420). – Mit kleinem Knick in der Ecke unten links und Quetschfalte rechts.