Joseph Heintz d. Ä. (Nachfolge)

Diana und Aktäon.

Details

Literatur zur Vorlage:
Jürgen Zimmer, Joseph Heintz der Ältere als Maler, Weißenhorn 1971, S. 94, Kat.Nr. A 16, mit Abb. 40.
Provenienz:
Sammlung Carl Laszlo, Basel; Privatbesitz, Schweiz.

Beschreibung

Der Erzählung in Ovids Metamorphosen (III, 138-253) entsprechend trifft der Jäger Aktäon auf der Jagd auf die unbekleidete Göttin Diana, die in Begleitung ihrer Nymphen in einer Quelle badet. Er wird dies mit einer Verwandlung in einen Hirsch bezahlen, wie das Geweih auf seinem Kopf bereits andeutet. Das Sujet war im ausgehenden 16. und 17. Jahrhundert außerordentlich beliebt, da es einen mythologischen Vorwand für die Darstellung sinnlicher Frauenkörper bot.
Die Darstellung folgt einem kleinformatigen, um 1590-1595 entstandenen Gemälde auf Kupfer von Joseph Heintz d. Ä. im Kunsthistorischen Museum, Wien (Inv. Nr. 1115), das spätestens 1601 von Aegidius Sadeler gestochen wurde (Hollstein, Sadeler 105). Von der außerordentlichen Wertschätzung dieser Komposition im 17. Jahrhundert zeugt die große Anzahl zeitgenössischer Wiederholungen: Man lobte „die eigenwertige Erfindung der Akte, deren Reichtum an individueller Charakterisierung und die geistvolle Anordnung“ (J. Zimmer, S. 94). Die meisten Darstellungen sind nach der Druckgraphik entstanden: Dort greift die Nymphe am linken Bildrand nach dem Tuch im Baum, während sie auf dem Gemälde von Heintz den Bogen spannt – ein Detail, das der Stecher wohl missverstanden hatte.