Details

Provenienz:
Galerie Löhrl, Mönchengladbach;
Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen.

Beschreibung

In einer kraftvoll aufstrebenden Bewegung verläuft ein quirliger, rußiger Strom von rechts unten nach links oben und mündet in einem organisch anmutenden Oval. In der Mitte des Ovals lichtet sich der grautransparente Rußschleier und gibt den Blick frei auf den hell orangefarbenen Grund, der in der Tiefe zu pulsieren scheint. Tiefschwarze, wolkige Rauchspuren hinterfangen das rußige Oval und breiten sich über den Großteil des roten Bildgrundes aus, der lediglich in der linken unteren Ecke des Bildes seine Leuchtkraft unter einer dünnen Rauchschicht entfalten kann. Die schwarz glänzenden, blasigen Verkrustungen der in der Hitze gelierten Farbe und die samtig rußigen Rauchfelder sind eindrucksvolle Zeugnisse des Entstehungsprozesses des Kunstwerkes. „Too Dark“ von 1977 ist einer Gruppe von Arbeiten zuzuordnen, die ab 1972 entstehen und durch eine meist flächige, in vielen Farb- und Verbrennungsschichten angelegten Gestaltung geprägt sind. Organische und vegetabile Formen bestimmen die Bildsprache dieser Zeit. Aber vor allem das experimentelle Arbeiten mit dem Feuer kennzeichnet weiterhin Pienes Arbeitsweise: er will als Künstler noch deutlicher in den Hintergrund treten, „seine Individualität als Autor noch weniger spürbar werden zu lassen“. Bewusst überlässt er vieles dem „Feuerschicksal“: „Die Entscheidung über Gelingen oder Misslingen des Bildes fällt in Sekunden“. In „Too Dark“ ist der Künstler zurückgetreten, um den vielschichtigen, virtuosen Verbrennungsspuren des Feuertanzes die Bühne zu überlassen. – Von guter Erhaltung.