Details

Mit einer schriftlichen Fotoexpertise von Dr. Magdalena Broska, Adolf Luther Stiftung, Krefeld, vom 1.10.2015.
Provenienz:
Vom Vorbesitzer direkt vom Künstler erworben;
Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen.

Beschreibung

Wie große magische Augen scheinen die Stehlinsen auf ihrem starren Fuß die Außenwelt zu beobachten, während ihre zu beiden Seiten konvex gebogene Glasoberfläche die Spiegelungen des Raumes aufnimmt und den Betrachter neugierig herantreten lässt. Das ambivalente Zusammenspiel von halbtransparenter Durchsicht und verzerrter Verspiegelung eröffnet je nach Licht- und Außensituation immer neue Spielarten der Wahrnehmung des Raumes. Der bewusst mechanische und industrielle Charakter der Arbeiten verleiht den Linsen die für Luthers Werk ganz typische eigene, schlichte Ästhetik. Verschiedene Serien meist ortsbezogener Steh- und Hängelinsen finden sich in Luthers Œuvre bereits seit den späten 1960er Jahren. Auch sie dienen Luther als „Instrumente“ zur Erforschung des Wesens des Lichtes und zu dessen Sichtbarmachen für das menschliche Auge. Luther, der promovierte Jurist, beginnt sein künstlerisches Schaffen 1957 als reiner Autodidakt. Das Phänomen des Lichtes wird bald zum allgegenwärtigen und beherrschenden Thema im Werk des Künstlers. Er will es in seinen Arbeiten einfangen, ihm Gestalt verleihen und ihm seine große Verehrung zeigen. Luther geht es vor allem darum, ein eigentlich immaterielles Phänomen im Kunstwerk materiell werden zu lassen. Glas wird ab Anfang der 1960er Jahre zum zentralen Werkstoff, komplexe Linsen- und Spiegelsysteme bestimmen von nun an sein Œuvre. Luther geht es dabei nie um die reine Mystifizierung des Lichtes, sondern vor allem um seine energetische Kraft, die im Kunstwerk erlebt werden soll. – Kunststoffummantelung stellenweise mit kleineren bis mittleren Kratzern und Oberflächenverletzungen. Unterer Bereich des Kunststoffrohrs mit Gebrauchspuren, sonst altersbedingt sehr schön.