Details

Lankheit 822 2 (von 2); Hoberg/Jansen 20 2 (von 2).
Provenienz:
Privatbesitz, Sachsen-Anhalt.

Beschreibung

Franz Marc begann sein druckgraphisches Werk ab dem Winter 1907 mit der Herstellung von Lithographien, die er zum Verkauf anbot, in der Hoffnung, seine finanzielle Situation zu verbessern. Sie entstanden in kleinen Auflagen, die meist nicht über zwei bis zehn Exemplare hinausgingen. Zu dem vorliegenden Blatt schreiben Hoberg und Jansen: „Die heute bekannteste Lithographie „Pferde in der Sonne“ (…) hatte offenbar ebenfalls eine Auflage von kaum über zehn Abzügen, von denen Marc zudem die meisten dieser Exemplare mit der Hand koloriert und sie damit nahezu wie Unikate behandelt hat“.
Über diese frühe Lithographie lernten sich die beiden Künstlerfreunde Marc und August Macke im Winter 1910 kennen. Am 6. Januar fuhr August Macke von Tegernsee aus nach München zu einem Rundgang durch die Münchner Kunsthandlungen. In Franz Josef Brakls Kunsthaus stieß er auf zwei Lithographien, darunter ein Exemplar der vorliegenden Arbeit „Pferde in der Sonne“. Diese Arbeiten „von fremdartigen, primitiven Reiz“ beeindruckten ihn so sehr, dass er Marc spontan in seinem Münchner Atelier in der Schellingstraße 33 besuchte. Aus der Begegnung wurde eine jahrelange Künstlerfreundschaft, die nur mit Mackes frühzeitigem Tod endete. – Unterer Rand leicht unregelmäßig beschnitten. Im Randbereich und verso vereinzelte Fleckchen. Leichte Grifffältchen. Oberer Rand kaum merklich nachgedunkelt. Allgemein in sehr schönem Zustand.