Gabriele Münter

Päonien, Feuerlilien und Rittersporn.

Details

Das Werk wurde der Gabriele Münter- und Johannes Eichner – Stiftung vorgelegt. Die Bestätigung lag bei Drucklegung noch nicht vor.
Provenienz:
Galerie Wilhelm Mohnen, München (dort vom jetzigen Besitzer 1966 erworben); seitdem in Familienbesitz, Norddeutschland.

Beschreibung

Verso mit der Nummer der Arbeitshefteintragung „8/42“. Zurückgezogen in Murnau und in der zunehmenden Isoliertheit der Kriegsjahre malt Münter wenige Bilder. Jetzt entstehen neben Porträts hauptsächlich Blumendarstellungen, oft in einem volkstümlich-realistischen Stil. Die bäuerliche Kunst und das traditionelle Kunsthandwerk interessieren Münter schon in frühen Jahren. In ihrem Haus in Murnau sammelt sie zahlreiche Objekte aus diesem Bereich: glasierte Krüge und Vasen, Madonnenfiguren und Hinterglasmalereien. Diese Objekte finden sich immer wieder, und gerade jetzt, wo die Motivauswahl schwindet, in ihren Arbeiten. Hier entspringt der üppige Blumenstrauß aus einem blau bemalten Bauernkrug. Die klaren Farbfelder erinnern dabei an die traditionelle Hinterglasmalerei. Kandinsky charakterisierte einmal das Farbverständnis der Künstlerin als „eine einfache, aus einigen ohne Ausnahme ernsten Farben bestehende eigene Harmonie“. Hier erreichen die Farben eine eigene Kraft, die durch die Anordnung der Blumen nach außen strebt und den Bildrahmen zu sprengen droht. Mit der Arbeitshefteintragung „7/42“ existiert eine zweite Ausführung des Blumenstraußes, der einzige Unterschied ist das schwarze Tonpapier. Da beide nacheinander entstanden sind, können sie durchaus als Pendant gesehen werden (siehe Karl & Faber, Auktion 250, 7.6.2013, Los 622). – Durch ehemalige Montierung in einem Passepartout verso und an den Rändern leicht eingefärbt, minimal knittrig. Allgemein sehr schön und farbfrisch.