Karl Hofer

Stillleben mit Pfirsichen.

Details

Die Echtheit des Werkes wurde von Karl Bernhard Wohlert mündlich bestätigt; das Werk wird in den Nachtrag des Werkverzeichnisses von Karl Hofer aufgenommen.

Provenienz:
Neumeister, Auktion 44, München 13.11.2008, Los 376;
Privatsammlung, Bayern.

Beschreibung

Seit den 1920er Jahren zählen Obststillleben zu Hofers bevorzugten Motiven. Das vorliegende Gemälde stammt aus dem Jahr, in dem Hofer aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen wird sowie ein Arbeits- und Ausstellungsverbot erhält – der Künstler ist zu diesem Zeitpunkt schon sechzig Jahre alt. Zwar wird er sowohl von seinen Freunden als auch von Galeristen und Sammlern weiterhin finanziell unterstützt und malt unbeirrt weiter. Trotzdem fühlt sich Hofer zunehmend isoliert und verbittert. Unter diesen bedrückenden Umständen entsteht eine Reihe von Stillleben mit reifen Früchten, in gedämpften, herbstlichen Farben gemalt, die eine melancholische Ruhe ausstrahlen. In diesen Gemälden platziert er die Obststücke meist in Schalen oder in Körben in einem neutralen Raum. In dem vorliegenden Werk wirkt der Hintergrund wie eine Mauerwand mit Rissen, durch die Alterung und Verfall angedeutet werden. Auch die herbstlichen Weinblätter und die kahlen Zweige deuten auf Vergänglichkeit und Endlichkeit hin. So wird dieses Stillleben zu einer modernen Vanitas- oder Memento Mori-Darstellung in der Tradition der Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts.