Walter Gramatté

Hermsdorf, Foehrn.

Details

Eckhardt A.111.

Literatur:
Claus Pese, „Walter Gramatté. Eine Dokumentation in Bildern“, Stuttgart/Zürich 1990, S. 151 (mit Farbabb. Tafel 75 (hier irrtümlich mit der WVZ Nr. A. 112);
Karin Schick/Karsten Müller, „Walter Gramatté 1897-1929“, Kirchner Museum Davos/ Ernst Barlach Haus Hamburg, Köln 2008, mit Abb. 63.

Provenienz:
Privatsammlung, Rheinland.

Beschreibung

Walter Gramatté, der bereits im Alter von 32 Jahren an Tuberkulose verstarb, erhielt seine internationale Anerkennung erst in den späten 1950/60er Jahren. Seine Werke, die dem Magischen Realismus zuzuordnen sind, wurden geprägt von den Entbehrlichkeiten der 1920er Jahre und seiner langen Krankheit. 1921/22 bezog Gramatté mit seiner Frau Sonia das leerstehende Haus von Minna Tube-Beckmann in Berlin-Hermsdorf und nutzte es für wenige Monate als Atelier. Das eigene Atelier in der Emserstraße überließ Gramatté einem Malerkollegen. In Hermsdorf, im zentralen Norden Berlins, entstand die vorliegende Arbeit, in der mittig eine einsame Figur platziert ist, die in einer in Blautöne getauchten fantastischen Landschaft verloren scheint. Vermutlich zeigt er sich hier selbst und gibt seinen eigenen Gemütszustand und sein Gefühl der Verlorenheit wider. Der Winter kam und er und seine Frau mussten das Haus verlassen, da die Heizkosten ihre wenigen Mittel überstiegen. Trotz großer Entbehrungen sind es für Gramatté die fruchtbarsten Jahre und es entsteht ein Werk, das von Erlösungssehnsucht und einer mystischen Sicht der Natur geprägt ist. – Verso Reste alter Montierung, sonst farbfrisch und in sehr guter Erhaltung.