Rudolf Jettmar

Bacchus findet Ariadne (Sommer).

Details

Literatur:
Hans H. Hofstätter, „Rudolf Jettmar“, Wien 1984. Ö 102 (dort mit 1922 datiert), S. 89 mit ganzs. Farbabb.
Ausstellung:
„Rudolf Jettmar“, Stuck-Villa München, 1978.
Provenienz:
Nachlass des Künstlers; seitdem in Familienbesitz, Baden-Württemberg.

Beschreibung

Das Hauptthema des Oeuvres von Rudolf Jettmar umfasst die nackte, menschliche Figur, die in einem mythologischen Kontext vor monumentaler Landschaft oder geschichtsträchtiger Architektur gesetzt wird. In dem vorliegenden Gemälde erzählt er die Geschichte von Bacchus und Ariadne. Ariadne, Tochter des Königs von Kreta, hatte aus Liebe dem griechischen Helden Theseus zur Flucht aus dem Labyrinth verholfen. Nachdem sie gemeinsam von der Insel geflohen waren, brach Theseus sein Versprechen Ariadne zu heiraten und ließ sie auf der Insel Naxos zurück. Es wird der Moment festgehalten, in dem Bacchus an der zusammengekauerten Verschmähten mit flottem Schritt vorbeiläuft und sie erblickt. Er verliebt sich in Ariadne und nimmt sie zur Frau. Dieses Gemälde ist eines von mehreren, in denen Jettmar Anfang der 1920er Jahre die vier Jahreszeiten darstellt. Im Unterschied zu den anderen, in denen Jettmar allegorische Personifikationen verwendet, beruht die Darstellung des Sommers auf diesem mythologischen Thema. Die Abweichung lässt sich dadurch erklären, dass der Künstler kurz davor das neueste Werk von Richard Strauss „Ariadne auf Naxos“ an der Wiener Oper gesehen hatte und davon bildnerisch angeregt wurde. Ganz im Gegensatz zu anderen Darstellungen, wie dem berühmten Gemälde „Bacchus und Ariadne“ von Tizian in der Londoner National Gallery oder „Triumph von Ariadne“ von Markart in der Österreichischen Galerie in Wien, verzichtet Jettmar hier auf einen überfüllten Bildaufbau und konzentriert sich auf den Moment des Aufeinandertreffens der beiden Hauptfiguren, ganz nach dem Text von Hugo von Hofmannsthal.