Paul Wunderlich

„Aurora – Hommage à Runge“.

Details

Jensen 100.

Ausstellung:
„Documenta III“, Kassel 27.6.-5.10.1964, Nr. 2, mit Abb. (verso mit dem Etikett auf dem Keilrahmen);
„126. Frühjahrsausstellung“, Kunstverein Hannover, 14.3.-25.4.1965, Nr. 162 (verso mit dem Etikett auf dem Keilrahmen);
„Paul Wunderlich. Retrospektive der Jahre 1958 bis 1973“, Baukunst-Architekturgesellschaft, Köln 20.9.-17.11.1973, Nr. 27, mit Abb.

Provenienz:
Galerie Dieter Brusberg, Hannover;
Sammlung Wilhelm Kücker, München (verso mit dem Stempel auf dem Keilrahmen);
Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Wunderlich verarbeitet oftmals Elemente aus der deutschen Kunstgeschichte in seinem Werk, so auch ein Schlüsselwerk der deutschen Romantik, den Tageszeitenzyklus von Philipp Otto Runge. Ab 1963 entsteht bei Wunderlich eine Reihe von 8 Gemälden und einer Lithographie, die das Thema der Zeiten und Aurora von Runge neu bearbeiten. Er verwendet in der vorliegenden Arbeit Runges architektonischen Bildaufbau, reduziert jedoch die Strahlenglorie und das üppige florale Rankenwerk auf skelettartige Stege und organische Formen. Der Künstler konzentriert sich vor allem auf den zweigeteilten Aufbau im Bild. Während Runge mit seinem Gemälde „Der kleine Morgen“ die Ära der Romantik mit der goldenen Morgenröte zum Erwecken bringt, sehen wir hier eher den Ausblick aus einem Fenster in unendliche Weite. Ehe der Betrachter in die Ferne schweifen kann, ist er zunächst mit der Zerstörung der amorphen, scheinbar fleischlichen Formen konfrontiert. So stehen bei Wunderlich Werden und Vergehen unmittelbar in Beziehung zueinander. Als der Künstler 1964 eingeladen wurde, auf der „Documenta III“ in Kassel teilzunehmen, hat er „Aurora – Hommage à Runge“ ausgewählt, um seine künstlerische Position vorzustellen. Daher genießt das Gemälde besondere Bedeutung innerhalb des Gesamtwerkes des Künstlers.