Details

Naujoks 66.
Ausstellung:
„German Pop“, Schirn Kunsthalle, Frankfurt 2014, S. 197, mit Abb.
Provenienz:
Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Im Jahr 1965 vollzieht sich ein Wandel in der Malerei Naujoks‘. War sie bis zu diesem Zeitpunkt von expressiv-gestischer Pinselführung geprägt, wird nun der Einfluss der Pop-Art spürbar. An die Stelle der prozessualen Bildstruktur mit sich durchdringenden und verknäuelnden Formen tritt nun ein Gefüge aus klar umrissenen Flächen in leuchtenden Farben. Die apokalyptische Themenwelt des Frühwerks weicht der Beschäftigung mit der Welt der Technik, mit Auto und Motorrad. Auch in „BONG“, einem der wichtigsten Werke dieser Zeit, lässt sich der Künstler von Karosserie- und Motorteilen inspirieren. Er vermeidet jedoch die eindeutige Formulierung, sondern lässt die einzelnen Bestandteile der Komposition in der Schwebe, viele Flächen bleiben abstrakt, etliche sind sowohl als negative als auch als positive Formen zu lesen. Durch Überlagerungen und Maßstabssprünge entsteht ein schubweise erschlossener Tiefenraum, der durch flächige Elemente, etwa die Schrift, vor allem aber die Collage, immer wieder konterkariert wird. So entsteht ein dynamischer, komplexer Bildraum, in dem Naujoks der Pop-Art eine ganz eigene Ausprägung verleiht.