Details

Literatur:
Hrsg. Horst Ludwig, „Münchner Maler im 19. Jahrhundert“, München, 1981, Bd. 1, ganzs. Abb. auf S. 343.
Provenienz:
Galerie Dr. Fresen, München; Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Ähnlich wie die englischen Präraffaeliten oder wie Fritz von Uhde greift auch Walther Firle immer wieder religiöse Themen auf, um sie zeitgenössisch zu interpretieren. Seine Madonna ist eine junge Frau im klassisch anmutenden weiß-grünen Gewand, die liebevoll auf ihren kleinen Sohn blickt. Alles Licht sammelt sich im Zentrum der Komposition auf dem Knaben, der den Betrachter mit wachem Blick fixiert. Auf die traditionellen Madonnenfarben hat der Maler verzichtet, lediglich der zarte Nimbus verweist auf den christlichen Kontext. Ungewöhnlich in der marianischen Ikonographie ist die Blutbuche im Hintergrund, wohl ein Verweis auf die Passion. Eine zweite Version dieser Komposition in Tondoform befindet sich im Museo Nacional de Bellas Artes in Santiago, Chile.