Details

Mit einer schriftlichen Echtheitsbestätigung von Rainer Pfefferkorn vom Mai 1998. Das Werk ist mit der Werkverzeichnis-Nr. 1955/23 im Otto Dix Archiv, Schaffhausen, registriert.
Provenienz:
Villa Grisebach, Auktion 44, Berlin 27.5.1995, Los 289; seitdem Privatbesitz, Düsseldorf.

Beschreibung

Dix malte während seiner gesamten Malerkarriere immer wieder Blumen, häufig in Kombination mit Menschen. Als Symbol der Natur und des Weiblichen finden sie sich in seiner zweiten Dresdner Phase, während er sie in der Zeit der Neuen Sachlichkeit seinen Porträtierten als Attribute in die Hände gibt. In den 1930er Jahren wiederum tauchen vermehrt Blumen und Gräser, in hyperrealistischer Manier erfasst, in seinen großen Tafelbildern auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wendet er sich verstärkt dem Blumenstillleben als eigenes Thema zu. Allein im produktiven Jahr 1955 entstehen mindestens sechs Werke mit diesem Sujet. Dabei kombiniert Dix häufig zwei Blumenarten, so zum Beispiel Silberdisteln mit Mohn oder Iris mit Feldblumen, im vorliegenden Gemälde nun weiße und bläuliche Stockrosen mit sattgelben Goldgarben. Diese Sträuße erfasst Dix in einfachen Krügen, vor einem neutralen Hintergrund. Ungewöhnlich bei dem vorliegenden Werk ist die Erfassung eines Raums, in dem der Strauß platziert wurde: Der Krug steht nach hinten gerückt fast an der Wand einer Nische, die zu eng für den üppigen Strauß erscheint. Die ausufernden Blumenstände der Stockmalven scheinen den beengten Raum sprengen zu wollen und erzeugen so eine Dynamik, die durch die breiten, kurzen Pinselstriche noch verstärkt wird.