Details

Backes 73.
Ausststellung:
„Heinrich Hoerle“, Kölnischer Kunstverein, Köln 1932;
„Malerei des 20. Jahrhunderts in Kölner Privatbesitz“, Kölnischer Kunstverein, Köln 1957;
„Hoerle und sein Kreis“, Kunstverein Frechen, Köln 1971, Kat.-Nr. 97, mit Abb.

Beschreibung

Das vorliegende Gemälde zeigt den Einfluss der „Pittura Metafisica“ de Chiricos auf Hoerles malerische Arbeit. Der Künstler hatte die Werke de Chiricos um 1919/20 durch seinen Kölner Kollegen Max Ernst kennengelernt. De Chirico setzte seine surrealen Bilder bühnenhaft meist auf menschenleeren Plätzen in Szene. Hoerle übernimmt diese Idee, indem er den Betrachter durch einen fensterähnlichen Rahmen auf eine bühnenartige Landschaft mit Horizont und Himmel blicken lässt. Die Lichtführung in der „Pittura Metafisica“ scheint dabei von mehreren Seiten zu kommen, die Schatten sind nicht einheitlich, wiedersprechen sich sogar. So wird in diesem Bild der Vordergrund von einer unbestimmten Lichtquelle links erleuchtet, der Schatten fällt nach hinten, folgt aber nicht der Pik-Form, auf der die Birne steht. Die Form im Hintergrund scheint von hinten erleuchtet, der Schatten fällt also nach vorne. Dabei produzieren die Schatten zwar die Illusion eines Raumes. Durch die Unlogik aber entsteht kein Raumkontinuum: „Hier ist Raum eine Funktion der Dinge!“ (Backes, S. 39). Die Objekte nehmen Positionen an, die logisch nicht zu erklären sind. So schwebt die hintere Birne kopfüber in der Luft, während die vordere Birne gerade auf der schrägen Unterlage verharrt, ohne wegzugleiten. Der Reiz dieses Gemäldes entsteht gerade durch die Absurdität der Darstellung völlig banaler Objekte in einem logisch nicht zu erklärenden Raum.