Details

Das Gemälde wird mit schriftlicher Mitteilung vom 27. 2.2013 unter der Nummer 11755 in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis des Wildenstein Institutes, Paris, aufgenommen.
Provenienz:
Olivier Aaron, Paris; Sotheby’s, Monaco, Auktion, 5. und 6. 12. 1991, Los 184; Drouot, Paris, Auktion 29.4.1994, Los 90; Eric Turquin, Paris; Galerie Dr. Fresen, München; Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Joseph Baillio hat in den frühen 90er Jahren das Gemälde in die erste Hälfte der 1780er Jahre datiert.
Die Darstellung verrät den Einfluss, den der langjährige Italienaufenthalt auf den jungen Künstler ausgeübt hatte. 1754 hatte Hubert Robert den frisch ernannten französischen Botschafter beim Papst, den Grafen von Stainville, nach Rom begleitet. Er war Stipendiat der Académie de France und kehrte erst 11 Jahre später nach Paris zurück. Besonders beeindruckt hatten ihn in dieser Zeit die radierten „Vedute di Roma“ von Giovanni Battista Piranesi und die theatralisch überhöhten Interpretationen römischer Monumente von Giovanni Paolo Pannini, in dessen Werkstatt er tätig gewesen war. Auch in vorliegender, mit genialem Schwung gemalter Landschaft schöpft er aus dem Repertoire seines römischen Motivschatzes und bevölkert die Szene höchst wirksam mit pittoresken ländlichen Figuren. Vorne rechts hat sich eine junge Frau mit Kind auf einem am Boden liegenden Kanonenrohr vor einem Brunnen niedergelassen, eine weitere junge Frau weist die beiden auf den großen Loup de mer hin, den ein Fischer mit Käscher über der Schulter gerade aus dem Meer gezogen hat. Die Vertikale der Brunnensäule wird in der Ferne vom Turm eines alten Kastells auf steil aufragendem Fels wieder aufgenommen. Ein sanftes südliches Licht und die helle, luftige Farbgebung entsprechen der heiter-gelösten Stimmung dieser idyllischen Szene, in die sich mit Verweis auf die Altertümer und das ausrangierte Kanonenrohr kaum merklich ein melancholischer Zug eingeschlichen hat.
Leinwand doubliert.