Details

Mit einer schriftlichen Echtheitsbestätigung durch Prof. Dr. Manfred Reuther, Nolde Stiftung Seebüll, vom 17.4.2013.
Ausstellungen:
„Emil Nolde. Aquarelle in Essener Privatbesitz,“ Museum Folkwang, Essen 1966/67, Kat.-Nr. 43; „Emil Nolde: Aquarell und Grafik“, Gallery John McEnroe, 18.5.-23.7.1995, wohl mit Abb.; Galerie Michael Beck, Leipzig, 3.8.-9.9.1995.
Provenienz:
Sammlung Dr. H. W. Rudhart, Essen; durch Erbfolge an den jetzigen Besitzer, Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen.

Beschreibung

In Noldes Werken ist die Farbe elementar. Durch die Farbe drückt er fundamentale Energien wie Lebendigkeit und Sinnlichkeit aus. Er schrieb: „Farbe ist Kraft. Kraft ist Leben. Nur starke Harmonien sind gewichtig.“ Dabei wird die Farbe bei Nolde zugleich Form und Inhalt des Werkes. Besonders deutlich zeigt sich dies in seinen Blumenaquarellen, die er ohne Vorzeichnung direkt auf das Papier aufträgt. Hier lässt er jede einzelne Blüte, mit weit geöffnetem Blütenkelch, in ihrer prallen Farbe erstrahlen. Die Blüten im Vordergrund überlappen kaum; jede erhält ihren Platz, sich voll zu entfalten. Er zeigt die intensiven Farben, vorn Orangerot bis Dunkelviolett, gegen einen neutralen, hellen Hintergrund, denn es geht nur um die Farbenpracht der Blumen. Dabei baut Nolde die Farben behutsam auf, legt viele Farbschichten übereinander. Die Zentren der Blumen werden durch nochmaligen Farbauftrag verstärkt. Diese Blumen, die nach oben und außen streben, strotzen vor Kraft und Leben. Die Datierung der Aquarelle bleibt schwierig. 1945 entstand eine Reihe von Mohnblumenaquarellen. Doch ob das vorliegende Aquarell dazu gezählt werden kann, oder ob es sich nicht doch um eine frühere Arbeit handelt, kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Die Stiftung in Seebüll besitzt einen Brief von Dr. Rudhart an Nolde, datiert August 1952, in dem er dem Künstler zu seinem Geburtstag gratuliert. Im Brief erwähnt Rudhart auch seine vom Künstler erworbenen Aquarelle. Wir danken Herrn Professor Reuther für die freundliche Hilfe bei der Katalogisierung der Arbeit. – Vereinzelte Fleckchen. Wenige Handhabungsspuren. Allgemein farbfrisch sehr schön.