Beschreibung

Das Werk erinnert an die berühmte Darstellung Salomés von Lukas Cranach d. Ä., vor allen Dingen durch den aufwendigen roten Hut, den die Damen in beiden Abbildungen tragen. Hier jedoch ist Salomé nackt – und damit entblößt – abgebildet. Statt forsch den Betrachter anzuschauen, senkt sie den Blick und schaut nachdenklich, ja beschämt nach unten. Auch der Kopf Johannes des Täufers erinnert stark an die Darstellung Cranachs – und ist dabei ein Selbstporträt des Künstlers. Das Bild entstand in dem Jahr, in dem der Künstler nach Ulrichshalben bei Weimar zog und seine politische Arbeit unter dem wachsenden nationalsozialistischen Druck einstellte. Dieses Bild jedoch bildet einen brisanten Kommentar auf seine Entmündigung als politischer Bürger – dargestellt als Enthauptung – sowie auf die wachsende Gewalt in Deutschland. – In gutem Originalzustand.