Alexander Kanoldt

Stillleben mit Büchern und Krügen.

Beschreibung

Neben den Landschaften spielen Stillleben im Oeuvre Kanoldts eine besondere Rolle. Dieses Bild lässt als frühes, wichtiges Beispiel die Hinwendung Kanoldts zur Neuen Sachlichkeit erkennen. Noch ist der Pinselstrich sichtbar, doch lassen die betonten Konturen, die im hellen Tageslicht kühl leuchtenden Farben und die betonte Plastizität der Objekte eine neue Klarheit und Präzision der Formulierung erkennen. Dabei hat der Künstler das Stillleben durchaus mit Spuren seiner Anwesenheit gefüllt: Auf dem Tisch steht die Kaffeetasse, ein Buch ist aufgeschlagen, die Typographie des Buches in der rechten unteren Ecke (also dort, wo sich häufig die Künstlersignatur befindet) fügt sich zu einem stilisierten, lächelnden Gesicht. Der Bildaufbau hat fast landschaftliche Züge: Von den Büchern rechts unten wandert der Blick über die aufeinandergetürmten Bände auf dem Tisch bis hinauf zur Kommode mit ihren schlanken, hohen Gefäßen. Herr Dr. Michael Koch, der das Werk in seinen in Vorbereitung befindlichen Katalog der Gemälde Kanoldts aufnehmen wird, bezeichnete es als ein besonders schönes, frühes Stillleben von Museumsqualität. – Verso mit einer kleinen Verstärkung der Leinwand. Im Rahmenbereich leicht berieben. Mit geringfügiger Craquelébildung. Von sehr schönem, farbfrischem Gesamteindruck.

Literatur:
Die Horen 2, 1926, Abb. 41;
Brigitte Fischer-Hollweg: „Alexander Kanoldt und die Kunstrichtungen seiner Zeit“, Phil. Diss., Bochum, 1971, S. 37.

Ausstellungen:
Neue Secession, München 1920;
„Alexander Kanoldt: Gemälde, Zeichnungen, Lithographien“, Museum für neue Kunst, Freiburg, 14.3. – 26.4.1987 und Von der Heydt-Museum Wuppertal, 17.5. – 5.7. 1987, Kat. Nr. 32 mit Farbabb. (als „Stilleben XII“) sowie Abb. auf S. 20.

Provenienz:
Dr. Pfeiffenberger, Mannheim;
Julius Baer, München;
Sotheby’s, London, 8./9.12.1997, Los 75, Farbabb. S. 83;
Privatsammlung, Süddeutschland;
Karl & Faber, Auktion 210, 30./31.5.2006, Los 992;
Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen.