Details

Oil on linen-finish paper laid down on cardboard. (19)35. C. 18.5 : 12.5 cm. Signed with the monogram lower left, dated lower right. Also signed and inscribed on the reverse „1935 Mai N.4 J.2“.

Beschreibung

Jawlensky/Pieroni-Jawlensky Nr. 1638 (die Abb. irrtümlich unter Nr. 1668).
Bei seiner seriellen Malerei tendierte Jawlensky zur Vereinfachung des Motivs im Sinne von Gauguin: hin zur Komplizierung der Idee durch Vereinfachung der Form. Seine letzte große Werkgruppe war die Serie der „Meditationen“. Hier wird das menschliche Gesicht bis zur Extremen vereinfacht: es bleibt eine Kreuzform, auf einen Strich, einen Mund, gesetzt. Diese stark ikonografische Darstellung verkörpert für Jawlensky das Antlitz Christi. Durch die ständige Suche nach neuen Ausdrucksvarianten dieses Themas nähert sich der Künstler dem transzendentem Bereich. Er litt zu dieser Zeit unter starken körperlichen Schmerzen, bedingt durch eine Arthritis der Arme und Hände. So fusionieren das Leiden des Künstlers und das Leiden Christi zu einer tief religiösen Einheit, die sich in diesen dunklen, doch leuchtenden Bildern manifestiert. – Leichter Rahmenabrieb, sonst in gutem Zustand.
Ausstellung: „Homage to Jawlensky. A Retrospective Show 1909 to 1938“, Nierendorf Gallery, New York, November 1939.
Provenienz: Galka Scheyer, Hollywood, Kalifornien 1935 (auf der Liste der Gemälde, datiert 4. August 1935, die Kandinsky zum Verkauf an seine Galeristin Scheyer schickte); Los Angeles, Zwangsversteigergung, U. S. Department of Justice, Office of Alien Property, September 1954, Los 9, Nr. 95; dort erworben von Landay Galleries, Los Angeles, Kalifornien; Stanley Barbee, Bevely Hills, Kalifornien; Sammlung William Jaffé; Galerie Wolfgang Ketterer, 1. Auktion, München, 17.5.1968, Los 465, mit Abb.; Leonard Hutton Galleries, New York.