Details

Pen and ink with watercolour on cadastral paper. C. 23 : 37 cm (sheet). Signed lower right, inscribed with the title lower left.

Beschreibung

„Salzburg ist eine wunderbare Stadt und die Bauten, welche Zeugen ihrer großen Vergangenheit sind, gehören zum dauernden Inhalt meiner Träume“, schrieb Alfred Kubin in seiner Autobiographie. Doch vom Zauber des Barock, vom sakralen fürstlichen Glanz oder gar familiärer Geborgenheit ist hier nicht viel zu spüren. Der Betrachter befindet sich außerhalb des Stadttores. Vereinzelte Menschen, eine Pferdekarre und ein räudiger Hund eilen durch eine breite, leere Straße, gesäumt von wenigen Gebäuden und Bäumen. Das Dargestellte passt in den Proportionen nicht zueinander, hierdurch wird der kulissenhafte, fast gespenstische Eindruck der Zeichnung noch verstärkt. Die Stadt Salzburg, in der Kubin seine frühe Kindheit und ersten Jugendjahre verbrachte, wurde für ihn ein Ort traumatischer Erfahrungen. Ein Gefühl der Fremdheit, Ängste, Albträume begleiten den Künstler und Poeten bis zu seinem Tod. – Verso mit Spuren alter Montage. Im Passepartoutausschnitt leicht gebräunt und mit leichten, hellen Fleckchen.