Albrecht Dürer

Folge von 20 Bll.: Das Marienleben.

Details

Complete set of 20 sheets: The life of the Virgin. Woodcuts on laid paper with watermark „Flower on Triangle“ (8) (Meder 127), „Crowned Tower“ (2) (Meder 259). (1502-1510). Each c. 41 : 29.5 cm (sheet). With the title page and the text on the reverse of 1511.
The complete set, magnificently uniform, with the initials, margins 4-9 cm wide, the title with the five line heading and with ten lines of verses at bottom, the concluding sheet with imprint and imperia license. Upon „textured, sturdy“ paper with „Flower with Triangle“ (8) and „Crowned Tower“ (2) watermarks, simultaneously used by Dürer for the book edition and specified for this publication by Meder, visible upon 10 sheets, the remaining 10 without watermarks. The supposition that the set has been preserved as originally issued seems thereby reasonable. Sets so pristine and uniform have been ever since a great rarity upon the market.

Beschreibung

Bartsch 76-95; Meder 188-207; Schoch/Mende/Scherbaum 166-185.
Die Folge enthält:
1. Titelblatt: Die Jungfrau auf der Mondsichel. (Um 1511). Wz. „Blume auf Dreieck“ (Meder 127). Bartsch 76; Meder 188/II (von III f); Schoch/Mende/Scherbaum 166/II (von III f).
2. Joachims Opfer wird vom Hohenpriester zurückgewiesen. (Um 1504). Wz. „Blume auf Dreieck“ (Meder 127). Bartsch 77; Meder 189/II (von III g); Schoch/Mende/Scherbaum 167/II (von III g).
3. Joachim auf dem Felde. (Um 1504). Wz. „Blume auf Dreieck“ (Meder 127). Bartsch 78; Meder 190/II (von III h); Schoch/Mende/Scherbaum 168/II (von III h).
4. Joachim und Anna unter der goldenen Pforte. (1504). Ohne Wz. Bartsch 79; Meder 191/II (von III i); Schoch/Mende/Scherbaum 169/II (von III i).
5. Die Geburt Mariens. (Um 1503). Wz. „Blume auf Dreieck“ (Meder 127). Bartsch 80; Meder 192/II (von III h); Schoch/Mende/Scherbaum 170/II (von III h).
6. Mariens Tempelgang. (Um 1504/05). Ohne Wz. Bartsch 81; Meder 193/II (von III h); Schoch/Mende/Scherbaum 171/II (von III h).
7. Die Verlobung Mariens. (Um 1504/05). Oben rechts mit brauner Feder paginiert „37“. Ohne Wz. Bartsch 82; Meder 194/II (von III h); Schoch/Mende/Scherbaum 172/II (von III h).
8. Mariä Verkündigung. (Um 1503). Ohne Wz. Bartsch 83; Meder 195/II (von III f); Schoch/Mende/Scherbaum 173/II (von III f).
9. Die Heimsuchung. (Um 1503/04). Wz. „Blume auf Dreieck“ (Meder 127). Bartsch 84; Meder 196/II (von III g); Schoch/Mende/Scherbaum 174/II (von III g).
10. Die Geburt Christi (Anbetung der Hirten). (Um 1502/03). Wz. Blume auf Dreieck“ (Meder 127). Bartsch 85; Meder 197/II (von III g); Schoch/Mende/Scherbaum 175/II (von III g).
11. Die Beschneidung Christi. (Um 1504). Ohne Wz. Bartsch 86; Meder 198/II (von III h); Schoch/Mende/Scherbaum 176/II (von III h).
12. Die Anbetung der Könige. (Um 1503). Wz. „Blume auf Dreieck“ (Meder 127). Bartsch 87; Meder 199/II (von III f); Schoch/Mende/Scherbaum 177/II (von III f).
13. Die Darstellung im Tempel. (Um 1505). Ohne Wz. Bartsch 88; Meder 200/II (von III f); Schoch/Mende/Scherbaum 178/II (von III f).
14. Die Flucht nach Ägypten. (Um 1504). Ohne Wz. Bartsch 89; Meder 201/II (von III f); Schoch/Mende/Scherbaum 179/II (von III f).
15. Der Aufenthalt in Ägypten. (Um 1502). Ohne Wz. Bartsch 90; Meder 202/II (von III k); Schoch/Mende/Scherbaum 180/II (von III k).
16. Der zwölfjährige Jesus im Tempel. (Um 1503). Ohne Wz. Bartsch 91; Meder 203/II (von III g); Schoch/Mende/Scherbaum 181/II (von III g).
17. Christus nimmt Abschied von seiner Mutter. (Um 1504). Wz. „Bekrönter Turm“ (Meder 259). Bartsch 92; Meder 204/II (von III h); Schoch/Mende/Scherbaum 182/II (von III h).
18. Der Tod Mariens. (1510). Oben rechts in brauner Feder paginiert „48“. Ohne Wz. Bartsch 93; Meder 205/II (von III g); Schoch/Mende/Scherbaum 183/II (von III g).
19. Mariä Himmelfahrt und Krönung. (1510). Oben rechts in brauner Feder paginiert „49“. Wz. „Bekrönter Turm“ (Meder 259). Bartsch 94; Meder 206/II (von III e); Schoch/Mende/Scherbaum 184/II (von III e).
20. Mariens Verehrung (Verherrlichung Mariens). (Um 1502). Wz. „Blume auf Dreieck“ (Meder 127). Bartsch 95; Meder 207/II (von III f); Schoch/Mende/Scherbaum 185/II (von III f).
Die komplette Folge, prachtvoll einheitlich, mit den Kustoden sowie mit 4-9 cm breiten Rändern um die Einfassungslinie. Der Titel mit der fünfzeiligen Überschrift und den zehn Verszeilen im Unterrand, das Schlussblatt mit Impressum und kaiserlichem Privileg. Mit den von Dürer in der Buchausgabe gleichzeitig verwendeten Wasserzeichen „Bekrönter Turm“ (2) und „Blume auf Dreieck“ (8), wie Meder vorgibt, auf insgesamt 10 Blatt sichtbar, die anderen 10 ohne Wasserzeichen. Die Vermutung, die Folge sei in ihrer ursprünglichen Zusammengehörigkeit erhalten, ist daher überaus nahe liegend. Siebzehn Druckstöcke der Folge waren bereits vor der zweiten italienischen Reise 1505 fertiggestellt; lediglich der Titel und die Darstellung des Todes und der Himmelfahrt folgten erst 1510. (Meder datiert den „Abschied Christi“ (Meder 204) noch nach 1507; das Blatt war jedoch bereits in Marcantonio Raimondis Folge von gestochenen Kopien nach dem Marienleben enthalten. (Bartsch 621-637), die 1506 in Venedig erschienen. Thematisch liegen dem Marienleben, dessen Text erst nachträglich 1511 von B. Chelidonius (Schwalbe) nach den Darstellungen verfasst wurde, das apokryphe Protevangelium des Jakobus und die Kindheitserzählung des Thomas zugrunde (W. Michaelis, „Apokryphe Schriften zum Neuen Testament“, Bremen 1958, Slg. Dieterich, Bd. 129, S. 62 ff. und 96 ff.). Kompositorisch zeigt die Folge deutlich Dürers Interesse an der Zentralperspektive. D. Kuhrmann bezeichnet das Marienleben geradezu als „Musterbuch der Perspektive“, das verdeutlicht, wie es Dürer erst allmählich gelang, einen harmonischen Ausgleich zwischen der Erschließung des Bildraumes und der Ordnung der Motive in der Bildfläche zu erzielen. (Zur Dürer-Ausstellung München 1971/72).
Alle Blätter im Rand vereinzelt leicht fleckig, ein Blatt mit zwei fachgerecht hinterlegten Einrissen im linken Rand, ein weiteres Blatt mit einem winzigen hinterlegten Einriss im rechten Rand, ansonsten in gutem Zustand. Exemplare in dieser gleichmäßigen und frischen Qualität sind auf dem Markt von größter Seltenheit.
Provenienz: Privatsammlung, Süddeutschland.